12.12.2017: LE PORT (La Réunion)

Reisenotizen:

Dienstag, 12.12.2017

Liegezeit: 3 Tage / 11.12. um 9:00 Uhr bis 13.12. um 18:00 Uhr
Liegeplatz: East Port Pier 14

Wetter: sonnig bis leicht bewölkt, 27 Grad
Zeitverschiebung: plus 3 Stunden

Unser heutiger Tag: Ausflug mit lokalem Anbieter, gebucht über Bakadi Dreams in den Talkessel Salazie mit Wasserfall und dem kreolischen Ort Hell-Bourg, anschließend Besichtigung einer Vanille-Plantage

Nächste Etappe: 134 Seemeilen (248 Kilometer) bis Port Louis, Mauritius


Reisebericht:

Ahoi Ahoi und Guten Morgen aus Le Port. Tag 2 auf La Réunion. Heute sind wir wieder mit Bakadi unterwegs. Wir stehen früh auf. Treffpunkt ist schon um 8:00 Uhr außerhalb des Hafengeländes. Im Hafen selber darf man sich nicht frei bewegen, daher bietet AIDA einen kostenlosen Shuttlebus bis zum Hafenausgang an. Sind zwar nur ein paar hundert Meter, aber was sein muss, muss eben sein.

Direkt am Hafenausgang suchen und finden wir unseren Guide. Ganz einfach erkennbar an einem Schild mit „Bakadi“ drauf 🙂 Mit uns fahren noch 24 andere Personen mit, so dass der Bus nicht ganz voll ist. Super 🙂 Astrid und ich ergattern jeder einen Doppelsitz. Ist halt einfach bequemer und es gibt mehr Platz für unsere Taschen 🙂

Taxis können wir übrigens so gut wie keine entdecken. Davon gibt es lt. unseren Internet-Recherchen sehr wenige auf der Insel und dafür sehr teuer. Gut, dass wir einen Ausflug gebucht haben 🙂

Unser heutiger Ausflug führt uns zum Talkessel Salazie, zum Dorf Hell-Bourg, zu einer Vanille Plantage und zum Abschluss noch nach Saint-Denis. Wir sind schon ganz gespannt 🙂

Der Talkessel Salazie

Wir starten pünktlich um viertel nach acht und fahren erst einmal an der Nordküste entlang. Unsere Fahrtstrecke geht durch die Hauptstadt Saint Denis. Auf dem Weg dorthin und auch in der Stadt herrscht unglaublich viel Verkehr. Wir quälen uns durch die morgendliche Rush Hour von Saint-Denis und es wird erst besser, als wir aus der Stadt raus sind. Irgendwann biegen wir Richtung Landesinnere ab und die Welt wird grün 🙂 Insgesamt dauert die Fahrt nach Salazie rund 1 1/2 Stunden.

Der Talkessel Salazie ist bekannt für seine üppige Vegetation, hohe Felswände sowie Wasserfälle. Überall gibt es wunderschöne Panoramablicke. Und  es gibt unzählige Wanderwege, die auch in die benachbarten Talkessel Mafate und Cilaos führen.

Die Landschaft ist grandios. Hinter jeder Kurve warten neue beeindruckende Naturhightlight auf uns. Ein Wasserfall jagt den nächsten. Das satte Grün der Berghänge lässt uns glauben, das hinter jeder Biegung ein T-Rex wartet 🙂 Hier in diesem Teil Réunions könnte echt der Film Jurassic Park gedreht worden sein.

Rauschender Wasserfall

Was halt wirklich blöd ist: Die Fahrt dauert so lange und wir können die Eindrücke nur aus dem Bus heraus aufnehmen. Und bis wir an unserem ersten Ziel ankommen: Der Wasserfall „Voile de la Mariée – Schleier der Braut“. Wir haben 15 Minuten Fotopause am schönsten Wasserfall der Insel und können uns nicht satt sehen. Der Wasserfall fällt einige hundert Meter in die Tiefe. Die Vegetation ist grandios.

Gerne würden wir noch verweilen, aber wir müssen weiter. Es stehen noch andere Programmpunkte heute an.

Schon jetzt ist die Stimmung im Bus nicht die Beste. Einige der Mitreisenden haben sich wohl etwas anderes unter der Tour vorgestellt und meckern in einer Tour durch. Was Astrid und ich ja schon quasi in Perfektion betreiben, muss Björn noch lernen… Einfach über die Möppermenschen hinweghören, völlig ignorieren. Wir finden den Ausflug klasse und lassen uns die Stimmung nicht vermiesen.

Aussicht über den Talkessel

Außerdem wartet kurze Zeit später ein weiteres Naturschmankerl auf uns. Der Aussichtspunkt Point de Jour Hell-Bourg.

Wir haben einen fantastischen Blick auf die 3.170 Meter hohen Berge. Traumhaft. Leider auch wieder nur für 15 Minuten. Das Wetter spielt mit und wir haben einen sensationellen blauen Himmel. Erst am Nachmittag wird es sich etwas zuziehen…

Kreolische Dörfer

Wir kommen nach kurzer Fahrt zu unserem ersten längeren Stopp – das Dorf Hell-Bourg. Mitten in den Bergen von Salazie, knapp 950 Meter über dem Meeresspiegel. Hier leben 200 Menschen und das können wir sehr gut verstehen. Das Dorf wurde schon zu Frankreichs schönsten Dorf gekürt. Eins darf man nicht vergessen, auch wenn wir mehr als 9.000 Kilometer von Dortmund entfernt sind – das hier ist Europa!!! Wir zahlen alles in Euro, haben unser EU Roaming fürs Smartphone…:-)

Wir haben eine Stunde Aufenthalt und lassen und durch die pittoresken Gassen des Dorfes treiben, schauen uns die vielen kleinen Geschäfte an und lassen in einem kleinen Café den Vormittag schon einmal Revue passieren. Das Einheimische Bier „La Dodo lé la“ schmeckt klasse. Sehr süffig. Dazu einen kleinen Berliner mit Apfelfüllung 🙂

Mittagessen im Les Jardin d’Heva

Unser Mittagspause verbringen wir in einem kleinen Hotel etwas außerhalb von Hell-Bourg. Uns schmeckt das einheimische Essen richtig gut! Aber natürlich sind unsere Meckerer aus dem Bus wieder unzufrieden 😦 Unglaublich. Man kann sich den Tag auch selbst vermiesen … Egal, muss jeder selbst wissen.

Es gibt verschiedene Vorspeisen: Gebackenes Gemüse, Gemüsequiche, Salate und Brot. Und zum Hauptgericht Fisch- und Chickencurry mit Reis. Die Kokosbällchen, die es als Nachspeise gibt, sind uns ein wenig zu trocken. Aber wir bekommen auch super süße Victoria Ananas – die sind einfach klasse! Okay, der 49%ige Rumpunsch der dazu gereicht wird, ist nicht unsers, aber dem Nachbartisch schmeckt er umso besser 🙂

Die Hotel-Anlage liegt schön eingebettet in einem traumhaften Garten, den wir nach dem Essen gemütlich erkunden. Und nach etwas über eine Stunde geht die Fahrt langsam aus den Bergen zurück ans Meer. Inzwischen zieht der Himmel ein wenig zu.

Vanille-Plantage „Pro Vanille“

Wie es häufig ist, vergeht die Rückfahrt viel schneller und nach knapp 30 Minuten kommen wir an der Vanille Plantage in Bras-Panon an. Hier erfahren wir alles über die Vanilleschote und können jetzt auch nachvollziehen, warum der Preis in Europa so hoch ist.

Ich fasse mal kurz für Euch zusammen 🙂 Ihr könnt auch gerne ab sofort Dr. Vanille zu mir sagen. Bei Fragen über die Vanilleschote bin ich ab sofort Euer Mann 🙂

Die Blüte der Pflanze blüht nur an einem einzigen Tag. Und genau auf den kommt es an. Die Natur hat es so gewollt, dass die Blüte sich nicht selbstständig befruchten kann. Das übernehmen eigentlich bestimmte Bienen und Kolibris. Diese gibt es aber nur im Ursprungsland Mexiko, das über 300 Jahre das Vanille-Monopol hielt. Es hat ein paar illegale Setzlinge und bis in die 1870er Jahren gedauert, bis der Mensch gemerkt hat, das er Mutter Natur helfen muss. Jede!!! Blüte wird von Hand bestäubt!

Dazu wird mit einem dünnen Stock die Klappe zwischen dem männlichen Staubbeutel und der weiblichen Narbe angehoben und mit dem Daumen der klebrige Pollen vom Staubbeutel über die Narbe gestrichen.

Jeden Tag laufen die Plantagen-Mitarbeiter durch den riesigen Vanilleanbau und suchen nach Blüten, die sie bestäuben können.

Dann dauert es ganze 9 Monate bis eine grüne Vanilleschote – eine sogenannte Vanillekapsel – heranwächst, die dann geerntet wird. Diese grünen Schoten werden zuerst in kochendes Wasser für drei Minuten gelegt und anschließend eine Woche getrocknet. Jede einzelne, inzwischen braune Schote wird Tag für Tag geprüft, ob der erforderliche Trockengrad erreicht ist. Danach kommen die trockenen Schoten für weitere 9 Monate in eine Holzkiste und entwickeln dort ihr Aroma. Einmal im Monat wird geschaut, dass bei den Schoten alles in Ordnung ist und kein Schimmelbefall zu sehen ist. Erst nach dieser ganzen Trocknungszeit werden die Schoten einzelnen vermessen, verpackt und in den Verkauf gegeben.

Das ist der absolute Hammer!!! Die 45 Minuten auf der Plantage vergehen wie im Flug und natürlich decken wir uns auch mit Vanillescchoten ein 🙂

Shopping in der Hauptstadt Saint-Denis

Wir machen uns auf den Rückweg. Es geht die nördliche Küstenstraße entlang. Nach weiteren 30 Minuten erreichen wir die Hauptstadt Saint-Denis. Wir wollen zum Grand Market, einer großen Halle mit vielen Verkaufsständen. Hier halten wir uns allerdings nicht lange auf. Hier wird alles mögliche verkauft. Von kitschig bunt bis abgrundtief hässlich von nützlich bis völlig unnütz 🙂

Wir laufen lieber die angrenzende Einkaufsstraße entlang und erfreuen uns an der wunderbar schönen Weihnachtsdeko, die vor den Geschäften aufgebaut ist.

Und dann finden wir die super Eisdiele Amorino in der Fußgängerzone. So wurde uns Eis auch noch nicht, ich möchte sagen kredenzt. Das Eis wird mit einem Spachtel in Rosenform auf die Waffel aufgetragen. Phänomenal!!! Und lecker 🙂

Wieder zurück am Schiff

Der Ausflug geht um 17:00 Uhr mit der Ankunft am Hafengelände zu Ende. Unsere Erwartungen an den heutigen Tag wurden wirklich übertroffen. Glücklich und zufrieden steigen wir in den Shuttlebus, der uns vom Hafenausgang zum Schiff bringt.

La Réunion wird uns schon jetzt auf lange Zeit in sehr, sehr schöner Erinnerung bleiben. Das grüne Hinterland mit üppiger Vegetation hat uns nachhaltig beeindruckt. Und morgen haben wir noch einen Tag mit einem weiteren Ausflug, wir sind gespannt. Aber jetzt freuen wir uns auf die Kabine und auf eine heiße Dusche.

Wie schon am Vortag wird um 18:30 Uhr das gesamte Schiff abgedunkelt und wir dürfen bis 20:30 Uhr nicht auf die Außendecks. Wir sind deswegen schon früh im Restaurant. Heute Abend findet noch das Event „Crew meets Band“ auf dem Pooldeck statt. Eifrige Follower wissen: Hier singen Crewmitglieder für die Gäste. Ist immer richtig toll! Das war es dann aber auch für heute. Morgen geht es auf den Vulkan 🙂 Aber das ist die Geschichte von morgen.

Gute Nacht

 

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