04.10.2016: RIGA (Lettland)

Reisenotizen:

Dienstag, 04.10.16

Liegezeit: 15:00 Uhr bis Dienstag 04.10.16 um 16:00 Uhr
Liegeplatz: MK 4 , Riga Passenger Terminal
Wetter: sonnig 10 Grad

Nächste Etappe: 261 Seemeilen (483 Kilometer) bis Klaipeda


Reisebericht:

Ahoi Ahoi und Guten Morgen aus Riga. So eine „Overnight“ hat schon was Feines. Nach dem Frühstück laufen wir sofort von Bord.

Jugendstil in der Neustadt

Wir haben ein straffes Programm vor der Brust. Wir wollen den heutigen Tag gut nutzen und haben uns viel vorgenommen. Wir starten mit einem Spaziergang in die Neustadt. Und zwar wollen wir ins Jugendstilviertel von Riga. Der Jugendstil ist eine kunstgeschichtliche Epoche der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert.

Die Neustadt von Riga gilt als eine der sehenswertesten Jugendstilensemble der Welt – nirgendwo sind ähnlich viele Gebäude aus dem frühen 20. Jahrhundert erhalten geblieben. Zu Sowjetzeiten fehlten nicht nur das Geld für eine Renovierung der historischen Gebäude, sondern auch die Mittel zu ihrem Abriss. Nach Wiedererlangung der Unabhängigkeit Anfang der 1990er Jahre wurden viele der opulent verzierten Gebäudefassaden restauriert.

Etwa ein Drittel des Stadtzentrums von Riga sind Jugendstilhäuser. Die schönsten Häuser finden sich in der Elizabetes Straße und in der Alberta Straße. Leider sind nicht alle Häuser saniert. Kostet aber bestimmt eine Menge Geld… Die, die schon saniert sind, sehen einfach nur klasse aus.

Riga hat aber noch mehr zu bieten.

Goldene Kuppeln

Nicht weit entfernt vom Jugendstilviertel steht eine beeindruckende Kirche. Die Christi-Geburt-Kathedrale liegt im Stadtpark Esplanade. Sie ist die größte Kirche Rigas und die größte orthodoxe Kirche der baltischen Staaten. Im Inneren darf nicht fotografiert werden. Macht aber nichts, sie ist von außen eh wesentlich imposanter.

Ein Zeichen der Freiheit

In unmittelbarer Nähe der Kirche – und zwischen Alt- und Neustadt – steht seit 1935 das Freiheitsdenkmal mit einer weiblichen Allegorie der Freiheit auf einem 19 Meter hohen Obelisken. Das Denkmal gilt als die wichtigste Sehenswürdigkeit Rigas. Naja, ich finde andere wesentlich interessanter und schöner, aber das ist ja Ansichtssache. Für die Letten ist sie das Symbol der nationalen Souveränität Lettlands.

Auf dem Weg zurück zur Altstadt

Was uns besonders auffällt: Rigas Altstadt ist sehr grün. Wir sind durch unterschiedliche Parks gelaufen, die uns alle sehr gut gefallen haben. Besonders gefällt uns eine Brücke mit Liebesschlössern im Park neben dem Freiheitsdenkmal.

Kaffeepause auf dem Livenplatz

Jetzt können wir uns überlegen, ob wir noch zu den Markthallen am anderen Ende der Altstadt laufen oder nicht… Nö, wir bleiben in der Altstadt und legen in einem kleinen Café auf dem idyllischen Livenplatz eine Kaffeepause ein. Den Platz umsäumen Häuser aus dem 18. Jahrhundert. In der Sonne ist es sehr schön warm und der Café Latte ist echt lecker.

Wir verlassen unseren windgeschützten Pausenplatz und machen uns wieder auf den Weg. Unser Ziel ist die Petrikirche mit ihrem Aussichtsturm. Wir wollen Riga von oben sehen 🙂

Bremer Stadtmusikanten in Riga

Der Wind hat richtig gut zugelegt und es macht momentan nicht so wirklich Spaß. Wir wollen trotzdem rauf auf den Aussichtsturm. An der Petrikirche steht ein Geschenk der Partnerstadt Bremen… Genau: Die Bremer Stadtmusikanten 🙂

Petrikirche – wir kommen 🙂

Die höchste Kirche in Riga hat einen Turm, von dem sich ein atemberaubender Blick auf die roten Dächer der Altstadt, auf das moderne Riga, die Rigaer Meeresbucht und die Düna mit dem Hafen eröffnet. Wir freuen uns schon darauf. Aber erst betreten wir die Kirche und besichtigen den Innenraum.

Der Kirchensaal hinterlässt einen grandiosen  Eindruck,  die Höhe des mittleren Schiffes beträgt 30 m. Hier finden immer wieder Kunstausstellungen oder Konzerte statt. Momentan werden Bilder ausgestellt.

Jetzt sind wir beide nicht so erfahren in Kunstausstellungen 😦  Daher verstehen wir die modernen Werke nicht so wirklich. Außerdem interessiert uns der Ausblick vom Turm eh viel mehr. Also – auf geht’s in die Höhe!

Grandiose Aussicht

Die erste St. Petrikirche war eine Holzkirche aus dem Jahr 1209. Sie wurde im Laufe der Jahrhunderte durch eine Steinkirche ersetzt. Für 9 Euro p.P. können wir mit einem Aufzug hinauf zur Aussichtsplattform in 72 m Höhe fahren. Der Turm selber ist 120 Meter hoch. Nur ein paar Treppenstufen laufen – schon sind wir am Aufzug. Es gibt hier sogar einen „Aufzugführer“. Muss ein ziemlich langweiliger Job sein. Immer nur hoch und runter fahren … Na ja, jedem das Seine.

Oben angekommen sind wir sehr beeindruckt. Die Aussicht ist atemberaubend.

Ganz Riga liegt uns zu Füßen. Die Fernsicht ist klasse. Die 9 Euro Eintritt haben sich echt gelohnt 🙂 Aber der Wind … heftig und kalt!

Wir umrunden die Plattform und staunen über die herrliche Aussicht. Die Altstadt sieht aus wie eine kleine Miniaturstadt. Auch die AIDA können wir von hier aus gut sehen. Aber der Wind weht, nein, stürmt und es ist eiskalt. Lange halten wir es nicht aus. Wir bleiben vielleicht 15 Minuten oben und dann geht’s wieder mit dem Fahrstuhl nach unten.

Essen fassen im Burgerladen

Der Wind lässt einfach nicht nach. Zwar nicht ganz so dolle wie auf dem Turm, aber trotzdem heftig. Und es ist halt kalt. Das erleichtert uns die Entscheidung in den Queens Pub einzukehren. Ein ziemlich cooler Laden, der hervorragende Burger anbietet. Ich gönne mir vorab noch eine Fisch Soljanka zum Aufwärmen. Super leckere Suppe.

Aufgewärmt und gut gesättigt entscheiden wir uns dafür der Eiseskälte zu entfliehen und zurück zum Schiff zu gehen. Auf dem Rückweg kommen wir nochmal an dem zentralen Rathausplatz vorbei. Ein letzter Blick auf das Rathaus und das Schwarzhäupterhaus – dann biegen wir wieder ab Richtung Düna und der Uferpromenade.

Der kalte Wind nervt nur noch. Obwohl immer noch die Sonne scheint ist es einfach nur kalt. Wir sind froh wieder an Bord zu sein und wärmen uns bis zum Auslaufen auf der Kabine aus.

Abschied von Riga

Um 16:00 Uhr ist es dann soweit. Unsere Reise geht weiter. Wir verlassen Riga und nehmen Kurs auf die Ostsee.

Aufgrund der kalten Brise bietet AIDA heiße Schokolade mit Baileys auf dem Pooldeck an. Da schlagen wir doch gerne zu. Das hat etwas. Wir sind gut eingepackt und stehen mit einer heißen Schokolade in der Hand  an der Reling. Ich kann mich nicht erinnern, das wir so schon mal ausgelaufen sind…

Das Wetter ist inzwischen wieder so schön, dass wir uns nochmal in die Sonne aufs Pooldeck setzen. Aber sobald wir aufs offene Meer kommen wird es wieder sehr windig. Das ist für uns das Zeichen uns wieder ins Innere des Schiffes zu verziehen. Wir setzen uns in die AIDA Bar und lassen die Tage in Riga noch einmal Revue passieren.

Der Kapitän sagt einen stürmischen Abend mit Windstärke 10 (=Sturm) und relativ rauen Seegang an. Oh je. Aber noch ist es nicht soweit und Astrid und ich nehmen an einem Boogie Tanzkurs teil. Das ist echt lustig, da der Seegang langsam zunimmt und sich die Tanzschritte so von selbst ergeben 🙂

Inzwischen sind sogar die Außen Decks gesperrt. Wir gehen auf die Kabine und lassen den Abend dort ausklingen. Der Kapitän spricht noch einmal zu uns. Er legt eine Kursänderung ein und minimiert so den Wellengang. Damit geht er dem Sturm ein wenig aus dem Weg. Das Ergebnis ist sehr schnell spürbar. Die Schiffsbewegungen lassen merklich nach.

Dann schauen wir mal wie es morgen in Klaipeda wird. Aber das ist die Geschichte von morgen. „Smiley“

Gute Nacht

 

 < zurück      /    Übersicht    /      weiter >