05.02.2017: MONTEGO BAY (Jamaika)

Reisenotizen:

Sonntag, 05.02.2017

Liegezeit: 9:00 Uhr – 21:00 Uhr
Liegeplatz: Cruise Terminal Berth  5/6

Wetter: sonnig ca. 28 Grad
Zeitverschiebung: minus 6 Stunden

Nächste Etappe: 566 Seemeilen (1048 Kilometer) bis Samana/ Dominikanische Republik


Reisebericht:

Ahoi Ahoi und Guten Morgen aus Jamaika 🙂

Wir legen bei herrlichstem Sonnenschein zum zweiten Mal auf dieser Reise in Jamaika an. Diesmal in Montego Bay. Wir freuen uns auf den Tag!

Wir konnten uns im Vorfeld ganz schwer entscheiden, was wir hier unternehmen wollen. Die Stadt Montego Bay bietet nicht wirklich viele Sehenswürdigkeiten und alle Natur-Highlights liegen relativ weit entfernt. Z.B. beträgt die Transferzeit zum bekannten und schönen Negril Beach rund 2 Stunden. Wir entscheiden uns heute gegen den Strand, dafür wollen wir die vielfältige Natur- und Tierwelt von Jamaika entdecken.

Dazu haben für heute eine Tour mit Stephen gebucht (zu erreichen unter: ride_free_sion@yahoo.co.uk  – keine Website). Stephen ist ein hellhäutiger deutschsprechender Rastafari-Jamaikaner. Wir kennen ihn bereits von einem Ausflug von 2008. Damals hat er uns zum Negril Beach gebracht und es hat uns sehr gut gefallen. Daher gehen wir heute wieder mit ihm auf Tour. Wir wollen heute die YS-Falls im Süden der Insel erkunden. Anschließend unternehmen wir eine Bootssafari auf dem Black River zu Krokodilen und Mangroven. Okay, wir haben heute keinen Strand, aber das macht nichts. Wir freuen uns auf Jamaika-Natur!

Ya Man – No Problem

Treffpunkt mit Stephen ist um 9:30 Uhr vor dem Hafenterminal. Zeit genug zu frühstücken und die Ausflugstasche zu packen. Beim Wasserfall wollen wir schwimmen, daher packen wir Handtücher und Tauschklamotten ein.

Pünktlich zum vereinbarten Termin treffen wir am Treffpunkt ein. Stephen ist mit seiner Jamaika-Mütze und seinen Dreadlocks schon von weitem zu erkennen. Außer unserer 8er-Gruppe fahren noch weitere acht AIDA-Gäste mit. Pünktlich geht es los. Stephen steuert uns in seinem Bus rund 2 ½ Stunden über die Berge zu den YS-Wasserfällen.

Zwischendurch hält Stephen immer wieder kurz am Straßenrand an und erklärt Land und Leute.

Kokosnuss beim Cool Jellyman

Einen längeren Stopp legen wir beim „Cool Jellyman“ ein. Einem Straßenhändler den wir schon 2008 kennen gelernt haben. Astrid und ich haben das Gefühl eines Zeitsprungs… Es hat sich überhaupt nichts geändert 🙂 Der Jellyman sieht irgendwie sogar noch so aus wie vor 9 Jahren! Er bietet exotische Früchte wie Jackfruit, Honeybanane und Sternfrucht zum Probieren und Verkauf an. Für 2 US$ kaufen wir eine frische Kokosnuss, trinken mit einem Strohhalm den leckeren Saft und essen das überhaupt nicht nach Bounty schmeckende Fruchtfleisch – einfach lecker.

Gegen 12:00 Uhr kommen wir bei den nach zwei Engländern Yates & Simpson benannten Wasserfällen an. Stephen verkündet, dass wir hier zwei Stunden Zeit haben um die Wasserfälle auf eigene Faust zu erkunden.

Weitläufige Gartenlandschaft

Stephen besorgt die Eintrittskarten und begleitet uns zum Eingang des YS-Parks. Von hier werden wir mit einem großen Planwagen, der von einem Traktor gezogen wird, in wenigen Minuten über das Parkgelände zum Wasserfall gefahren. Das gesamte Gelände ist in privater Hand und sorgsam gepflegt. Die Landschaft ist der Hammer. Alleine die Fahrt zu den Falls ist schon sehenswert.

Am Fuß der Wasserfälle steigen wir aus.  Neben dem Fluss und den Fällen führt uns ein Weg den Berg hinauf bis zum obersten Wasserfall. Der Anblick ist überwältigend: Rauschende glitzernde Wassermassen in einer üppig grünen Vegetation. Irre!

Die insgesamt 7 Wasserfälle fließen über etwa 15 Kaskaden rund 40 Meter hinab in den Fluss. Fast überall kann man in den Wasserbecken baden gehen.  Übrigens wachen eigens angestellte Lifeguards auf Leib und Leben. Wir fühlen uns hier sehr sicher.

Oase der Stille und Erholung

Der idyllische weitläufige Garten ist bisher vom Massentourismus verschont geblieben. Hier ist ein paradiesischer Ort um zu baden und die Natur zu genießen. Die YS-Wasserfälle gehören zu den schönsten Wasserfällen des Landes.

Die Wasserfälle bilden überall kleine natürliche Becken, in denen wir baden können! Einzigartig! Wir gehen ins 18 Grad kühle Wasser und genießen die ursprüngliche Landschaft. Hammermäßig!!! Extrem cool. Im Gegensatz zu den Dunn’s River Falls ist es hier noch sehr viel ursprünglicher. Was uns sofort positiv auffällt: Wir sind fast die einzigen Touristen. Die YS Wasserfälle werden von vielen Einheimischen besucht.

Andi und Mac versuchen sich am Zip-Line und schwingen sich Tarzan-mäßig und voller Energie an einem Seil über ein Wasserbecken. Was für ein Heidenspaß! Mit einem großen Platsch lassen sich beide ins kühle Nass fallen 🙂

Übrigens: Rutsch- und wasserfeste Schuhe sind in jedem Fall empfehlenswert. Es gibt an einigen Stellen spitze Steine, die nicht sofort ersichtlich sind.

Viel zu schnell vergeht die Zeit und wir müssen zurück. In den vorhandenen Umkleidekabine am Fuße der Fälle wechseln wir in trockene Bekleidung und fahren 10 Minuten zu unserem nächsten Stopp – unserem Mittagessen.

Landestypische Garküche, die wir im Normalfall übersehen hätten

Wir halten am Straßenrand und Stephen erklärt uns, dass wir hier typisch jamaikanisch zu Mittag essen. Es handelt sich um Bretterbuden, davor stehen Feuerstellen und Kochtöpfe in denen es köchelt und bruzzelt. Normalerweise würden wir hier keinen Fuß reinsetzen, geschweige denn etwas essen. Aber wie es häufig ist – das Essen hier ist ganz hervorragend. Wir essen Jerk Chicken mit Reis und Krautsalat. Eine einheimische Spezialität – ganz ganz lecker. Dazu gibt es Festival – die jamaikanische Brotspezialität die uns schon in Ocho Rios so gut geschmeckt hat.

Hier sind wir ganz weit weg von Touristen-Essen- viel weiter geht es nicht 🙂 Aber das lieben wir ja – und zum Glück die anderen sechs unserer Gruppe auch.

Nachdem wir gesättigt sind, fahren wir weiter zu unserem letzten Highlight dieses Tages: Dem Black River.

Die Krokodile sind doch unecht, oder? 

Wir steigen nach einer kurzen Fahrt in ein Boot um. Am Anlieger liegen zwei große unechte Krokodile. Die Guides warnen uns vor den Viechern. Ja ne, is klar… Ein bisschen Show muss sein. Irgendwie bewegen sich die Krokos… Ziemlich gute Nachbildung. Die Guides versichern uns wieder mit einem Grinsen im Gesicht, dass die beiden echt sind… Kann aber nicht sein, dafür stehen wir viel zu nah dran. Die erzählen uns was.

Bootsfahrt auf dem Black River

Wir haben eine Stunde Bootsfahrt vor uns. Die Ufer des Black River sind mit Schilf und zur Freude von Andi mit unzähligen Mangroven bewachsen 🙂

Die Hauptattraktion des Black River sind allerdings die dort beheimateten Krokodile. Unser Bootsführer erklärt uns, dass die Tiere nicht aggressiv und an Menschen gewöhnt sind. Hoffentlich sehen die Tiere das genauso 🙂 Wir sehen insgesamt 4 Krokodile. Zwei davon schwimmen sehr fotogen in der Nähe unseres Bootes vorbei 🙂 Die beiden haben auch Namen- Tom und Jerry. Insgesamt sind ca. 400 Exemplare hier beheimatet.

Mitten im Zauberwald

Ein Teil des Black River führt durch die so genannte Mangroven-Allee. Plötzlich eröffnet sich uns wie durch Zauberhand eine wundersame Welt. Bis zu 150 Jahre alte riesige Mangroven wachsen zu beiden Seiten des Flusses in unglaubliche Höhen. Wir fühlen uns hier wirklich wie im Zauberwald. Magisch!

Wieder in der wirklichen Welt

Es fängt auf der Rückfahrt zum Anlieger kurz an zu regnen. Das tut der schönen Fahrt allerdings keinen Abbruch. Der Regen ist warm, die dunklen Wolken am Himmel sind beeindruckend und Stephen schenkt ein Glas Rumpunsch aus. Passt.

Am Pier begrüßen uns die zwei Plastikkameraden… Was allerdings seltsam ist: Der Bootsführer holt aus einer Dose Fleischreste und wirft diese dem einem Kroko vor die Schnauze. Und siehe da… der Kollege ist aber mal so etwas von nicht unecht – im Gegenteil! Er ist sehr lebendig… Und wir standen vorhin ca. 1 Meter von ihm entfernt und wollten auf seinen Schwanz treten… Auf einmal halten wir nun doch lieber etwas Abstand…

Zu der Bootsfirma gehört auch eine Krokodil-Auffangstation für verletzte Tiere. Diese dürfen wir als Überraschung kurz besichtigen und wir haben Gelegenheit ein Babykroko in die Hand zu nehmen. Das haben wir bisher auch noch nicht erlebt.

Ich kann mich an dieser Stelle nur wiederholen: HAMMERMÄSSIG!! Ein super toller Ausflug! Selig machen wir uns auf den Rückweg. In den rund zwei Stunden Fahrt bleibt genug Zeit die Erlebnisse von heute Revue passieren zu lassen.

AIDA hat uns wieder

Um kurz nach halb sieben sind wir wieder an Bord und Überraschung: Dude hat uns wieder eine neue Handtuch-Kreation bereit gelegt. Eine Handtasche! Diese ist so fest geschnürt, dass man sie sogar umhängen könnte. Super, was unser Dude so drauf hat!

AIDA_luna-Handtuch_Tasche

Und wieder Seenotrettungsübung 🙂

Heute steht eine Besonderheit an. In Montego Bay gibt es einen Teilpassagierwechsel. Ca. 800 neue Passagiere steigen auf und für daher ist für alle eine erneute Seenotrettungsübung um 20:00 Uhr Pflicht.

Wir suchen uns anschließend einen Platz in der Luna Bar. Im Hintergrund läuft der Superbowl im Theatrium und wir nehmen einen Absacker auf einen wirklich tollen Tag.

Ein Fazit: Wir haben jetzt die beiden großen deutschsprechenden Ausflugsanbieter Willydoo und Stephen im Vergleich getestet. Beide sind gut. Stephen hat uns als Paket besser gefallen. Er hat mehr von Land und Leute erzählt und ist einfach typisch Jamaika.

Willydoo ist mehr auf Party und Rumpunsch ausgelegt. Beide sind gut – keinen Zweifel und wir würden beide auch wieder buchen. Wir machen es vom Ausflug abhängig. In Ocho Rios hat uns das Angebot von Willydoo besser gefallen und in Mobay das von Stephen. Wenn beide den gleichen Ausflug anbieten würden, wäre unsere Entscheidung allerdings ganz klar bei Stephen.

Ya Man- No Problem

Heute Nacht werden die Uhren wieder um eine Stunde vorgestellt. Macht aber nichts, wir sind auf den Weg nach Samana und haben morgen Relaxing Day – also Seetag 🙂

Aber das ist die Geschichte von morgen. Smiley

 

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3 Gedanken zu “05.02.2017: MONTEGO BAY (Jamaika)

    • @ Lisa S: Die Ganztagestour mit Stephen kostete 90 US $ p.P., inkl. Eintritt Wasserfälle und Bootstour. Und war jeden Dollar wert! Würden wir jederzeit wieder buchen 🙂

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    • Wow, das ist wirklich preiswert mit Eintritt bei den YS- Falls 😉 UND Bootstour. Dafür habt ihr echt viel gesehen und seid gut rumgekommen dabei. Den Yellyman haben wir auch auf Zelluloid- äh Datenspeicher gebannt 2016. Sonntags ist es nicht ganz so einfach, um MoBay was Interessantes zu unternehmen, aber es ist machbar. Man könnte zum Beispiel eine Bambus-Flossfahrt von Lethe aus unternehmen. Vorher liegt das Rocklands Bird Sanctuary direkt auf dem Weg, wo man direkt mit Kolibris auf Tuchfühlung gehen kann. Das Rastafari Indigenous Village in der Nähe von MoBay empfängt sonntags Besucher auf Anfrage ab 10 Personen/ Gruppe. Oder aber man legt sich an den wunderweissweichen Doctors Cave Beach, schaut den Fliegern beim Landen zu und lässt sich Red Stripe direkt ans Handtuch liefern 😉 Übrigens waren wir zur gleichen Zeit auf JA wie ihr, am 30.01. allerdings waren wir im Osten und am 5.02. in Kingston. Da fällt mir ein, dass unser Kumpel Steffen auch an Bord war, allerdings beruflich und da wir ganz woanders waren, konnten wir ihn nicht treffen 😦 Was er da macht? Hmmm, irgendwas mit Sport und ich denk mal, auch Ausflüge. Gute Reise euch und euren Mitlesern 😉

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