02.07.2018: GEIRANGER (Norwegen)

Reisenotizen:

Montag, 02.07.2018

Liegezeit Hellesylt: 8:30 Uhr bis 10:00 Uhr (Ausstieg nur für AIDA-Ganztages-Ausflügler)
Liegezeit Geiranger: 11:00 bis 20:00 Uhr
Liegeplatz: auf Reede

Wetter: bewölkt/sonnig 17 Grad
Sonnenaufgang: 2:49 Uhr
Sonnenuntergang: 22:22Uhr

Nächste Etappe: 159 Seemeilen (295 Kilometer) bis Åndalsnes


Unser heutiger Tag: Wir fahren heute mit dem lokalen Touranbieter Geiranger Fjordservice in einem 3,5 Stunden Ausflug zu den Aussichtspunkten Flydalsjuvet, Adlerkehren und Dalsnibba. Herrliches Panorama!


Hafen-Check: Geiranger


Reisebericht:

Ahoi Ahoi  und Guten Morgen aus dem Geirangerfjord. Heute Nacht haben wir zum ersten Mal unsere Schlafmasken gebraucht. Die Nacht ist wirklich taghell, es wurde gar nicht dunkel… Ich bin schon früh wach und um halb sieben raus auf den Balkon. Der Ausblick ist grandios. Die Sonne hat so früh am Morgen schon eine ganz schöne Kraft.

Heute haben wir bei dem lokalen Anbieter Geiranger Fjordservice den Ausflug „Panorama Exclusive Bus“ zu den drei bekanntesten Aussichtspunkten rund um Geiranger gebucht. Mit dabei: Flydalsjuvet, , die Adlerkehren und Dalsnibba mit dem Skywalk. Mit 480 NOK (ca. 50 Euro; Stand: Juli2018) günstiger als bei AIDA. Zudem werden alle drei Aussichtspunkte angefahren, bei AIDA nur zwei. Treffpunkt ist um 12:45 Uhr. Wir können den Morgen also ganz entspannt angehen 🙂

Hellesylt und Sunnylvsfjord

Zuerst fahren wir ein kurzes Stück in den Sunnylvsfjord nach Hellesylt. In Hellesylt halten wir nur kurz. Passagiere, die einen Ganztagesausflug gebucht haben, steigen hier aus. Sie werden erst am Abend in Geiranger wieder zusteigen. Gäste ohne Ausflug dürfen nicht von Bord gehen. Wir haben uns hier gegen einen Ausflug entschieden, denn wir wollen die Einfahrt in den Geirangerfjord nicht verpassen 🙂

Der Wasserfall Hellesyltfossen teilt den Ort in zwei Hälften und ist eines der meist fotografierten Motive der Region. Wir sehen ihn nur vom Schiff aus, aber er beeindruckt uns trotzdem.

Es ist wunderschön hier! Wir lassen die herrliche Landschaft auf uns wirken. Mit dabei: Freche Möwen, die es auf unser Frühstück abgesehen haben 🙂

Einfahrt in den Geirangerfjord

Das herrliche Wetter lockt uns wieder für ein Frühstück auf die Außenterrasse des Bella Donna. Gleichzeitig haben wir hier die perfekte Aussicht während der Fahrt durch den Geiranger Fjord. Wir beobachten, wie die Ganztages-Ausflügler ausgeschifft werden und schon kurz nach neun geht es weiter.

Sieben Schwestern und der Freier

Das Wetter meint es echt gut mit uns und wir erleben eine perfekte Fahrt durch den wohl berühmtesten Fjord der Welt. Er ist knapp 15 km lang und zwischen 0,6 und 1,3 km breit. Es ist herrlich hier 🙂 Der tiefblaue Fjord, die steilen Berghänge – wir können uns kaum sattsehen!

Eine der Naturattraktionen bei einer Fahrt durch den Geirangerfjord sind die direkt nebeneinander in den Fjord stürzenden Wasserfälle „Die Sieben Schwestern“. Die größte Fallhöhe der Wasserfälle beträgt 300 Meter! Und auf der gegenüberliegenden Fjordseite befindet sich der Wasserfall „Freier“. Die Berühmtheit ist auf eine Sage zurückzuführen.

Der Sage nach wollte der Freier jede der sieben Schwestern nacheinander heiraten. Alle lehnten jedoch ab und wiesen sein Werben zurück. Daraufhin griff der Freier zur Flasche und wurde zum Alkoholiker.

Aus den bekannten sieben Schwestern sind in diesem Sommer nur noch drei geworden. Das ist dem trockenen Wetter der letzten Wochen geschuldet. Rechts und Links ragen teilweise schneebedeckte Berge einige hundert Meter in die Höhe. Unbeschreiblich! An den steilen Abhängen sehen wir einige, heute verlassene Bauernhöfe, die in teilweise schwindelerregender Höhe erbaut worden sind.

Das ganze Schiff ist auf den Beinen und folgt den Worten unseres Lektors Knut Edler von Hofmann, dessen Stimme auch auf den Außendecks zu hören ist. Kleine Ortschaften liegen eingebettet in grünen Tälern unter schneebedeckten Berggipfeln. Einsame verlassene Fjordhöfe blicken von steil abfallenden Wiesen aus weit über die Fjorde. Seit 2005 gehört der Geirangerfjod zusammen mit den Naeroyfjord zum UNESCO Weltkultrurerbe „Westnorwegiscche Fjorde“.

Reede in Geiranger

Nach etwas mehr als einer Stunde traumhafter Fahrt liegen wir vor dem kleinen Ort Geiranger auf Reede. Mit uns sind gleichzeitig die Viking Star sowie die Regent im Fjord auf Reede.

Auf dem Wasser ist ein richtiges Gewusel an Tenderbooten 🙂 Wir wollen erst um kurz vor zwölf einen Tender nehmen. Unser Treffpunkt für unseren Ausflug ist 12:45 Uhr und so groß ist Geiranger nun auch wieder nicht. Das müsste als Zeitpuffer ausreichen.

Vom Balkon sehen wir direkt neben dem Ort einen Wasserfall, der uns interessiert. Das wollen wir uns ansehen. Also dann doch früher nach Geiranger, schon mal nix wie runter vom Schiff und rauf aufs Tender.

Der Fahrstuhl fährt nur bis zum Deck 5. Merkwürdig. Das Ausschiffen über die Tenderboote ist auf Deck 3… Jede Menge anderer Menschen haben das gleiche vor wie wir. Alle wollen nach Geiranger. Die Treppenhäuser von Deck 5 bis Deck 3 sind proppenvoll von Menschen. Deshalb war der Fahrstuhl gesperrt! Das kann ja was werden… So schlimm wie es aussieht ist es aber nicht. Alles ist sehr gut strukturiert. Die Crew lässt immer 90 Personen an Bord eines Bootes und es geht ruckzuck – keine 10 Minuten später sind wir auf dem Tender. Und schon nach drei Minuten Fahrt legen wir an der Pier an.

Wir werden am Anleger sofort von DEM norwegischen Nationalheiligtum begrüßt – einem Troll… Das Foto muss einfach sein 🙂

Herrliches Bergpanorama

Wir haben jetzt noch knapp 40 Minuten bis zum Treffpunkt. Also laufen wir durch den kleinen Ort, vorbei an einem Campingplatz und über eine Brücke. Und dann stehen wir am Ende eines sehr schönen Wasserfalls – dem Fossevandring. An der Seite des Falles führt ein Weg nach oben. Den nehmen wir uns für den Nachmittag vor. Jetzt laufen wir zurück zum Bustreffpunkt oberhalb der Touristeninformation.

Wir sollen 15 Minuten bevor die Tour losgeht da sein. Alle weiteren Mitfahrer sind auch schon da. Insgesamt sind wir 16 Personen. Wir werden von einem niegelnagelneuen Bus samt Fahrer Valentinas abgeholt. Die Tour ist auf Englisch, das haben wir vorher schon der Ausflugsbeschreibung entnommen. Überraschung: Der Fahrer spielt ab und an einen deutschen Audioguide ab 🙂 Sein Englisch ist auch sehr gut zu verstehen. Und für drei Aussichtspunkte braucht man nicht wirklich einen deutschen Tourguide. Alles richtig gemacht 🙂

Flydalsjuvet

Schon nach kurzer Fahrtzeit (ca. 4 km) halten wir das erste Mal am Flydalsjuvet, einem der bekanntesten Fotomotive Norwegens. Hier bietet sich uns eine sehr imposante Sicht auf den Geirangerfjord und unsere AIDA. Fängt schon einmal ziemlich prima an der Ausflug 🙂

Nach rund 15 Minuten Aufenthalt geht es wieder weiter. Wir fahren durch eine grandiose Landschaft, die am Anfang saftig grün ist und je höher wir kommen immer karger und schneebedeckter wird.

Die Fahrt verläuft auf einer steilen Serpentinenstraße bis zum Gipfel des Dalsnibba. Diese Strecke gilt als eine der schönsten und spektakulärsten Routen Norwegens.

Haarnadelkurven bis Dalsnibba

Die Fahrt hoch auf 1.500 m ist ein Abenteuer für sich. 29 Haarnadelkurven liegen noch vor uns. Immer wieder bieten sich uns spektakuläre Aussichten .Wir haben riesiges Glück mit dem Wetter. Die Aussicht hier oben vom Gipfel des Dalsnibba ist fantastisch. 2016 wurde hier am Aussichtspunkt ein Skywalk eröffnet. Ein Wahnsinns-Gefühl über ein freischwebendes Gitter zu laufen und direkt unter sich unendliche Tiefen der Schlucht zu sehen! Magisch!

Auf dem Gipfel der Welt

Wir haben 20 Minuten Aufenthalt, die wir bis zur letzten Sekunde auskosten. Uns ist auch gar nicht kalt obwohl wir auf 1500 Meter Höhe sind. Es ist ein einmaliges Erlebnis hier oben zu stehen.

Der tiefe See

Der Fahrer drängt zum Aufbruch – wir sind allerdings so gut in der Zeit dass er uns unterhalb des Dalsnibba noch einmal kurz aussteigen lässt und wir einen tollen Blick auf den „tiefen See“ werfen können der am Fuss des Dalsnibba liegt. Ein Superlativ jagt den nächsten.

Der einzige Wermutstropfen. Die Haarnadelkurven, die wir rauf gefahren sind, müssen wir auch wieder runter. Zu viele Kurven sind nichts für mich, wenn ich nicht selbst am Steuer sitze 😦 Die grandiose Landschaft entschädigt zwar, ich bin aber trotzdem froh, dass wir nach knapp einer Stunde an unserem letzten Aussichtspunkt für heute ankommen.

Blick von den Adlerkehren

Wir fahren von Dalsnibba wieder die gleiche Strecke zurück, fahren durch Geiranger hindurch und noch einmal 11 Haarnadelkurven hinauf bis zur Aussichtsplattform der Adlerkehren. AIDA liegt in einem wunderschönen Licht im Fjord auf der einen Seite und die „Sieben Schwestern“ auf der anderen Seite. Ein grandioser Ausblick!

Auch hier haben wir wieder 20 Minuten Fotostopp und wir genießen jede Minute. Wir haben so ein Glück mit dem Wetter. Der blaue Himmel und die warmen Sonnenstrahlen sind einfach wunderbar.  Und die herrliche norwegische Fjord- und Berglandschaft ist einfach einzigartig.

Auch dieser Aufenthalt endet irgendwann 😦 Nach nur 15 Minuten Fahrt sind wir zurück in Geiranger. Die Tour hat nicht ganz drei Stunden gedauert. Eine  supertolle Tour, die wir jedem empfehlen können. Hat sich mehr als gelohnt.

Die Ortschaft Geiranger

Jetzt haben wir freie Zeit um Geiranger auf eigene Faust zu erkunden. Der letzte Tender geht um viertel nach sieben und wir haben erst kurz vor vier. Wir wollen noch zu dem heute Vormittag erwähnten Wasserfall. Zuvor kehren wir jedoch in ein Lokal – Cafe Ole – ein. Bestellen uns „Norsk Svele“ – eine Art norwegischer Pfannkuchen mit Erdbeermarmelade und  Milchcreme. Mit Kaffee kostet das 50 NOK – sehr lecker. Genau das richtige 🙂

Aufstieg zum Wasserfall

Gestärkt laufen wir zum Wasserfall Fossevandring. Ein Weg führt an der Seite des Wasserfalls hinauf, der nach kurzer Zeit in Treppen übergeht.

Das Wasser rauscht  an uns vorbei. Immer wieder bieten sich spektakuläre Ausblicke. Wir steigen immer weiter hinauf bis ganz nach oben zur Aussichtsplattform.

Auf dem Rückweg zählt Astrid die Treppenstufen: Sie kommt auf 276 Stufen! Die Anstrengung lohnt sich aber. Der Fall hat ganz schön Kraft und es bieten sich uns immer wieder tolle Eindrücke.

Die herrlichen Bilder lassen uns die anstrengenden Treppen vergessen. Die Wasserfall-Wanderung ist einfach toll und macht Spaß.

Den Tag gut ausklingen lassen

Glückselig laufen wir den Weg zurück in den Ort. Jetzt haben wir uns ein Eis verdient. Das Softeis schmeckt jetzt noch einmal so gut. Wir sitzen in der Nachmittagssonne am Hafen und genießen das Leben.

Zur besseren Abendplanung nehmen wir um kurz nach sechs ein Tender zurück zur AIDA. Wir wollen das Auslaufen von der Anytime Bar aus verfolgen und gehen kurz auf unsere Kabine. Die Sachen werden schnell abgelegt und die Akkus an die Steckdose gehängt. Dann geht’s ins Brauhaus zum Abendessen – uns steht es heute nach etwas Deftigem und wir bestellen eine Brauhauspfanne. Pünktlich zum Auslaufen sind wir auf dem Außendeck der Anytime Bar und wir können uns tatsächlich zwei Plätze in der ersten Reihe an der Reling sichern. Perfekt!

Auslaufen aus Geiranger

Leider lässt genau zum Auslaufen das Wetter etwas nach und es wird windig und kühl. Aber wir wollen uns nicht beschweren – das Wetter war bisher genial!

Selbst bei bewölktem Himmel ist die Fahrt durch den Geirangerfjord ein Erlebnis. Dadurch wirkt die Landschaft sogar etwas mystischer 🙂

Gemächlich fährt AIDA durch den imposanten Fjord. Es geht wieder vorbei an den Sieben Schwestern und dem Freier, ganz klein entfernt können wir noch die Ortschaft Geiranger erkennen. Langsam entschwindet sie unserem Blick. Hinter den Bergen ziehen Wolken auf und es ist inzwischen sehr frisch geworden.

Also führt uns unser Weg schnurstracks ins Cafe Mare, wo wir uns bei einem heißen Starbucks Kaffee aufwärmen wollen, ja genau. Hier auf der Sol gibt es originalen Starbucks Kaffee. Muss natürlich extra bezahlt werden. Lohnt aber.

Zufällig haben Tina und Frank die gleiche Idee und wir treffen die beiden vor dem Cafe. Wir quatschen den Rest des Abends und lassen den herrlichen Tag nett ausklingen. Mit den beiden verbringen wir morgen übrigens den Nachmittag in Molde mit einer Taxi-Tour. Zuerst sind wir morgen früh allerdings in Åndalsnes. Aber das ist die Geschichte von morgen. Gute Nacht 🙂

 

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