25.09.2018: LE HAVRE (Frankreich)

Reisenotizen:

Dienstag, 25.09.2018

Liegezeit: 8:00 Uhr bis 20:00 Uhr
Liegeplatz: Quai Roger Meunier

Wetter: sonnig 14 Grad

Nächste Etappe: 190 Seemeilen (335 Kilometer) bis Zeebrügge/ Belgien


Unser heutiger Tag: Wir fahren mit einem Mietwagen von Rent-a-Car zur Hauptstadt der Normandie – nach Rouen. Mit riesiger Kathedrale und wunderschönen alten Fachwerkhäusern 🙂 Danach geht es zur Abtei Jumièges, einer der größten Klosterruine der Normandie. Super!


Reisebericht:

Ahoi Ahoi und Guten Morgen aus Le Havre 🙂 Wir gehen wieder ins Bella Donna zum Frühstück. Aufgrund einer Viruserkrankung auf der letzten Reise ist in den Restaurants alles ein wenig anders. Kaffee steht nicht auf den Tisch, der Besteckständer ist eingemottet, Salz und Pfeffer nur auf Nachfrage… Ob das alles Sinn macht, sei dahin gestellt.

Willkommen in Frankreich

An Deck beobachten wir das Anlegemanöver. Wir legen am üblichen Liegeplatz der AIDA an – am Quai Roger Meunier. Dieser liegt der Stadt gegenüber im Industriehafen. Man hat einen guten Blick auf die Stadt und deren Promenade, aber der Weg dorthin zieht sich. Man muss um das ganze Hafenbecken herumlaufen. Es gibt günstige Shuttlebusse bis zur Innenstadt, aber wir haben etwas anderes vor 🙂

Wir wollen mit einem Mietwagen ins Landesinnere, zur Hauptstadt der Normandie. Nach Rouen 🙂

Ein Mietwagen direkt am Terminal

Wir treffen uns um viertel nach neun mit Björn und Diana. Bei Rent-a-car haben wir im Vorfeld einen Wagen reserviert. Diesen holen wir direkt im Terminal ab. Das kostet zwar einen Aufpreis von 15 Euro (Stand: Sept 2018), dafür sparen wir uns den Weg in die Stadt. Und die Rückgabe des Wagens wird nachher viel einfacher 🙂 Die Kommunikation im Vorfeld erfolgte per Mail auf englisch. Das hat alles klasse funktioniert.

Auch jetzt klappt alles reibungslos: Schon nach wenigen Minuten haben wir die Schlüssel für  unseren Wagen. Es ist ein Jeep Renegade! Cool. So einen bin ich auch noch nicht gefahren.

Auf dem Weg nach Rouen

Wir haben uns mit Björn und Diana im Vorfeld darauf geeinigt, dass wir nach Rouen und zur Abtei Jumièges fahren. Leider bleibt dann keine Zeit mehr für Honfleur und Etretat. Wir können nicht alles haben. Aber wir waren bei unseren letzten Le Havre-Besuchen schon mal dort. Also alles gut 🙂

Die Fahrt nach Rouen dauert etwas mehr als eine Stunde. Die Stadt trägt auch den Spitznamen „die Stadt der 100 Kirchtürme“. Dominiert wird Rouen von den Türmen der  Kathedrale Notre-Dame. Und das ist unser erstes Ziel! In unmittelbarer Nähe finden wir einen Parkplatz. Das Ziehen des Parkscheins ist echt eine Wissenschaft für sich. Gemeinsam rätseln wir hin und her, aber nach einer Weile klappt es 🙂 Und los geht der Stadtrundgang!

Kathedrale

Die Kathedrale von Rouen ist ein gewaltiges Gebäude. Sehr imposant. Sie ist schon von weitem sichtbar. Die ab 1170 erbaute gotische Kathedrale trägt den höchsten Kirchturm Frankreichs. Bis 1880 war die Kathedrale sogar das höchste Gebäude der Welt. 

Der Kölner Dom, der im Jahr 1880 fertiggestellt wurde, überragt die Kathedrale von Rouen mit seinen 157m jedoch.

Und das Beste: Die Kirche kostet keinen Eintritt 🙂 Die hohen Decken und riesigen Säulen beeindrucken uns sehr. Und natürlich zünden wir wieder eine Kerze für unsere Lieben zu Hause an.

Mittelalterliche Altstadt von Rouen

Jetzt geht’s zur Altstadt 🙂 Wir laufen ein wenig durch die kopfsteingepflasterten Gassen mit mittelalterlichen Fachwerkhäusern. Wunderschön und sehr besonders.

Die alten Fachwerkbauten und das Kopfsteinpflaster im historischen Zentrum verleihen Rouen eine idyllische Atmosphäre. In verwinkelten Gassen und auf pittoresken Plätzen bewahrt die französische Stadt ihren ursprünglichen Charme.

Auf dem Scheiterhaufen

Der alte Marktplatz, gesäumt von bunten Fachwerkbauten und Lokalen, war einst schrecklicher Schauplatz der französischen Geschichte. Im Jahre 1431 starb hier die französische Freiheitskämpferin Jeanne d’Arc auf dem Scheiterhaufen. Heute erinnert auf dem Place du Vieux Marche ein Denkmal und die Kirche Sainte-Jeanne d’Arc an Frankreichs Nationalheldin.

Die erst 1979 fertig gestellte Kirche der Heiligen Jeanne d’Arc mit ihren klaren Linien und den Fenstern aus dem 16. Jahrhundert entstand auf dem Alten Markt an der Stelle, an der die Heilige Johanna von Orléans verbrannt wurde.

Momentan ist leider ein riesiger Bauboom in der Stadt ausgebrochen. Das hat zur Folge, dass man die Kirche nicht wie gewohnt besichtigen kann. Teile davon sind eingerüstet 😦 Die Öffnungszeiten sind sehr eingeschränkt. Leider ist sie momentan geschlossen und öffnet erst in einer Stunde. Wir entscheiden uns gegen das Warten und laufen weiter.

Kurzpause

Wir legen in einer kleinen Brasserie eine Pause ein, genießen einen Café Latte und Astrid und ich teilen uns ein Croque – einen Toast mit Emmentaler Käse überbacken. Sehr lecker. Die Pause tut unseren Füßen gut 🙂

Le Gros-Horloge – Astronomische Uhr in Rouen

Als eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt Rouen gilt die Gros-Horloge – die große astronomische Uhr aus dem 14. Jahrhundert. Über 500 Jahren zeigte die kunstvoll gestaltete Uhr in der Altstadt von Rouen fortwährend die Zeit an.

Der Uhrturm kann auch besichtigt werden. Aber wieder sind wir zu spät, bzw. zu früh… Wir hätten bis 12:00 Uhr da sein müssen oder bis 15:00 Uhr warten. Es soll heute einfach nicht sein 😦

Süße Schokolade

Natürlich gibt es nicht nur Fachwerkhäuser, auch sehr schöne Geschäfte und Shoppingmöglichkeiten gibt es hier. Wir können an einer Chocolaterie nicht vorbeigehen und kaufen uns Macarons – ein französisches Baisergebäck – und Bruchschokolade.

Bummel durch die Stadt

Nette Bistros und Cafés, gemütliche Restaurants und schicke Geschäfte laden zum Bummeln ins Stadtzentrum ein. Langsam schlendern wir durch die Straßen und lassen die mittelalterliche Stadt auf uns wirken.

Auf dem Weg zum Parkplatz kommen wir nochmal an der Kathedrale vorbei. Mit dem blauen Himmel ein herrliches Bild 🙂

Wir schwingen uns in unseren Jeep und die Fahrt geht wieder Richtung Le Havre. Unser nächstes Ziel, die Abtei Jumièges, liegt auf dem Weg.

Die Ruinen der Abtei Jumièges

Wir wollen jetzt unbedingt zur Abtei. Astrid und ich waren schon vor ein paar Jahren dort und fanden die Ruine damals bei bewölktem Himmel schon klasse. Heute bei strahlendem Sonnenschein ist das Flair ganz besonders – sehr beeindruckend!

Die Abtei Jumièges ist eines der ältesten Benediktinerklöster der Normandie und bis zu den Religionskriegen war es eines der größten Klöster Frankreichs. Die wenigen bis heute erhaltenen Teile bestehen aus Ruinen, die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden.

Im Torhaus zahlen wir den Eintrittspreis von 6,50 Euro pro Person (Stand: Sept 2018) und betreten das riesige Gelände der Abtei.

Vor uns ragen die beiden mächtigen Türme der Abteikirche Notre-Dame in die Höhe. Diese Abteikirche stellt die Hauptkirche des Klosters dar und wurde zwischen 1040 und 1066 errichtet. Die schmucklosen Türme im romanischen Stil sind 46 Meter hoch, deren Bedachung ist nicht mehr erhalten.

Wir laufen ca 30 Minuten durch die Ruine, bestaunen die Architektur und auch den Garten mit seinen 100-jährigen Bäumen.

Die vielleicht schönste Ruine Frankreichs erstrahlt bei diesem sonnigen Wetter in unglaublichem Licht. Das Mittelschiff ist beeindruckende 25 Meter hoch und damit das höchste romanische Kirchenschiff in der Normandie.

So langsam sollten wir uns auf den Rückweg machen. Es ist geplant, dass wir den Wagen gegen 18:00 Uhr abgeben.

Der Weg zurück

Knapp eine Stunde brauchen wir für den Rückweg. Wir fahren erst über die Dörfer und sind irgendwo im nirgendwo… Es ist zwar schön diese abseits der Touriroute zu fahren, aber wir wollen ja doch noch zurück zum Schiff. Navi umprogrammiert und dann irgendwann doch noch auf die Autobahn. Die Autobahn führt direkt an einer Tankstelle vorbei, das nutzen wir aus und tanken den Wagen voll. Damit wäre das auch erledigt.

Kurz vor halb sechs sind wir wieder am Hafen. Die Rückgabe im Hafenterminal klappt reibungslos. Super ist, dass der Weg auf das Schiff nicht mehr weit ist 🙂 Insgesamt sind wir heute knapp 200 Kilometer gefahren.

Essen im Buffalo Steak House

Viel Zeit zum Ausruhen haben wir jetzt nicht. Wir haben für halb sieben einen Tisch im Buffalo Steak Haus reserviert. Das Essen schmeckt – wie immer – sehr, sehr lecker.

Oktoberfest mit den Höhnern

Noch ein Highlight steht für heute an. Die Kölner Band „Die Höhner“ geben ein Konzert im Theatrium. 90 Minuten rocken die Alten Herren das Haus. Echt super! Das Theatrium steht Kopf! Wir sind restlos begeistert!

Nach dem Konzert gehen wir kurz im Beach Club vorbei, da spielt die Band Wonderland Rock Klassiker. Ganz schön laut und echt gut, allerdings halten wir heute nicht mehr lange durch. Wir sind platt 🙂

AIDAperla-Beachclub-bei_Nacht-Wonderland_Band-5
Zurück in der Kabine dauert es nicht mehr lange und wir schlafen selig in unseren Betten. Schon im Traum freuen wir uns auf Brügge. Aber das ist die Geschichte von Morgen 🙂

Gute Nacht

 

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