13.06.2022: EIDFJORD (Norwegen)

Reisenotizen:

Montag, 13.06.2022

Liegezeit:  7:00 bis 16:00 Uhr
Liegeplatz: Eidfjord Cruise Pier

Wetter: wechselhaft | 7 Grad

Sonnenaufgang: 4:03 Uhr
Sonnenuntergang: 23:00 Uhr

Nächste Etappe: 298 Seemeilen (552 Kilometer) bis Alesund 


Unser heutiger Tag: Heute erkunden wir mit dem AIDA-Ausflug EID05 „Flåm-Bahn, Bergenbahn und Wasserfälle“ die eindrucksvolle norwegische Landschaft 🙂 Die spektakuläre Fahrt geht hinauf in die Berge, vorbei an Fjorden, Seen und Wasserfällen 🙂


Reisebericht:

Wilhelm von Humboldt

Ahoi Ahoi und Guten Morgen aus Eidfjord  

Heute haben wir einen Ausflug über AIDA geplant. Mit dem Bus, der Flambahn und der Bergenbahn lassen wir die grandiose Natur der Hardangerfjordregion auf uns wirken.  

Vorher steht allerdings noch die Einfahrt in den Hardangerfjord und die Fahrt unter der Hardangerbrücke auf dem Programm. Wir wollen beobachten, wie die Prima unter der Brücke durchfährt. Denn laut Kapitän sind wir 54 Meter hoch und es passen genau 55 Meter durch. Dafür stellen wir in aller Frühe den Wecker: Auf viertel nach fünf… 

Der frühe Vogel

Das mit dem Wecker klappt, schlaftrunken werfen wir uns warme Klamotten und Jacke über und gehen auf den Balkon. Aber wo ist die Brücke? Laut Kapitän sollten wir sie um 5:45 Uhr erreichen. Wir bleiben eine Weile draußen, mit einem wärmenden Nespresso-Kaffee in der Hand. Keine Brücke 😦 Irgendwie sind wir deutlich zu früh oder schon zu spät…  

Schlafen lohnt jetzt auch nicht mehr wirklich. Also bleiben wir wach, genießen die Fahrt durch den Fjord und das Anlegen am Liegeplatz. Die Aussicht von unserem Balkon ist einfach gigantisch.

Schnell packen wir unseren Ausflugsrucksack und begeben uns um kurz vor sieben auf Deck 3. Das ist das Ausschiffungsdeck und die Heimat des Pier 3 Markt. Hier können wir uns kostenlos mit Sandwiches eindecken, belegt mit Schinken, Salami-Käse oder Tomate-Mozzarella. Am frühen Morgen haben die Restaurants ja noch nicht geöffnet und so nehmen wir unser Frühstück einfach mit. Coole Sache! 

Die erste Ausflugs-Etappe

Um viertel nach sieben verlassen wir das Schiff und begeben uns zu unserem Ausflugsbus. Zwei Busse stehen bereit. Zum Glück werden die Busse nicht voll besetzt und wir können uns jeder einen Zweier-Platz aussuchen. Unsere Reiseleiterin heißt Margaritha („wie die Pizza“) und wird uns den ganzen Tag begleiten. Der Ausflug dauert 7,5 Stunden, beinhaltet eine Landschaftsfahrt mit dem Bus und zwei Bahnfahrten, auch ein Mittagessen ist inkludiert.  

Wir starten die Tour und fahren mit dem Bus entlang des Hardangerfjords in Richtung Flåmbahn. Die Fahrt führt uns durch einen acht Kilometer langen Tunnel. Absolutes Highlight und der Oberknaller: Mehrere große Kreisverkehre mitten im Tunnel, tief im Berg! Das haben wir so auch noch nicht gesehen. Echt krass!

Fotostopp am Tvindefossen

Gegen 8:30 Uhr legen wir einen ersten Fotostopp am mächtigen Wasserfall Tvindefossen ein. Der über 150 Meter hohe Wasserfall mit einer Fallhöhe von 110 Metern liegt an einem felsigen Abhang, der kleine Bach Kroelvi fällt über mehrere Kaskaden in die Tiefe. Mythen besagen sogar, dass das Wasser ein Jungbrunnen ist!

Wir haben Glück, das Wetter hält. Und außer den Leuten aus unserem Bus sind keine weiteren Besucher da. Schnell ein paar Spaßfotos gemacht und weiter geht’s.

Gudvangen am Nærøyfjord

Einen zweiten Stopp legen wir um 9:20 Uhr am Nærøyfjord in Gudvangen ein. Der Nærøyfjord ist ein Nebenarm des Sognefjords und ist ca. 20 Kilometer lang. Gudvangen liegt am Ende des Fjords inmitten in einer spektakulären Landschaft. In den Sommermonaten fahren sogar Touristenschiffe durch den engen Fjord bis zum Ort. Zusammen mit dem Geirangerfjord wurde der Nærøyfjord 2005 in die Liste der Weltnaturerbe der UNESCO aufgenommen.

Und weiter geht’s Richtung Flåmbahn. Unser Weg führt uns wieder durch mehrere Tunnel, mit dabei: Der zweitlängste Tunnel Norwegens mit 11,5 Kilometern. Ewig lang geht’s durch die lange dunkle Röhre tief in den Berg hinein. Und wieder eine Besonderheit: Alle paar Kilometer erhellt eine bunte Regenbogen-Beleuchtung den dunklen Weg. Eine schöne Abwechslung, damit die Auto- und Busfahrer nicht ermüden und weiter hellwach bleiben. Echt gute Idee!

Mit der Flåmbahn ins Gebirge

Dann endlich erreichen wir Flåm. Hier ist der Startpunkt für unsere Fahrt mit der Flåmbahn. Die Flåmbahn wird als eine der schönsten Bahnfahrten der Welt bezeichnet und zählt zu den beliebtesten Touristenattraktionen Norwegens.

Für uns ist ein eigener Wagon reserviert, um 10:15 Uhr geht’s los. Astrid hat im Vorfeld recherchiert, auf welcher Seite der beste Sitzplatz ist: Und zwar in Fahrtrichtung rechts 🙂 Perfekt, es ist genügend Platz in unserem Wagon, daher schnell „auf der richtigen Seite“ einen Sitzplatz gesichert. Und los geht’s!  

Die Fahrt mit der Bahn von Flåm nach Myrdal dauert insgesamt knapp 60 Minuten. Es geht immer stetig bergauf, die Flåmbahn klettert dabei von 0 Meter auf 866 Meter über dem Meeresspiegel. Sie überwindet alle 18 Meter einen Höhenmeter, einfach irre! Und die Ausblicke auf die norwegische Landschaft sind gigantisch!

Wir lassen die wechselnden Landschaften des Flåmsdalen an uns vorüberziehen. Der Zug durchquert Ackerlandschaften und den alten Ortskern von Flåm mit seiner Kirche, bevor er sich durch unwegsamere Wege des Tals windet. Der glitzernde blaue Fluss folgt über weite Teile der Bahnstrecke und wir entdecken immer wieder kleine Bauernhöfe inmitten der Berge.

Mystischer Tanz am Kjosfossen

Kurz vor der Endstation gibt es einen kurzen Fotostopp! Mitten auf der Strecke halten wir am Wasserfall Kjosfossen. Seit den 1950er Jahren hält hier die Flåmbahn, der Wasserfall ist nur über den Zug erreichbar. Kjosfossen liegt auf 840 Höhenmeter und hat eine Fallhöhe von 93 Meter.

Wir haben 10 Minuten um den gigantischen Wasserfall zu bewundern und zu fotografieren.

Überraschung: Plötzlich erklingt mystische Musik und ein rotes Etwas tanzt dazu! Später lernen wir: In den Sommermonaten empfangen hier „Huldras“ – sagenumwobene Wesen – die Touristen mit einem mystischen Tanz, dargestellt von ortsansässigen Studentinnen.

Myrdal auf 866,8 Meter

Dann erreichen wir Myrdal, die Bergstation der Flåmbahn. Der Bahnhof Myrdal liegt auf 866,8 Meter Höhe zwischen zwei Tunneln. Viele Reisende nutzen den Bahnhof zum Umsteigen in die Bergenbahn. So auch wir 🙂

Der Ort Myrdal hat keine Straßenanbindung, obwohl sich einige Ferienhütten und ein Hotel in der Gegend befinden. Die einzige ausgebaute Einrichtung ist die Myrdal Station der Bergenbahn und der Flåmbahn. Um den Bahnhof herum befindet sich ein kleines Bahnhofsdorf.

Oh Mann, ist das kalt, es sind grade mal 8 °C. Auf den Bergen liegt Schnee, wir sind mitten im Gebirge. Und wir haben alles angezogen was wir dabei haben: Hoodie, Softshelljacke und Schal. Nur Handschuhe fehlen. Aber die hätten wir gut gebrauchen können 😉

Wir haben 35 Minuten Aufenthalt bis zur Weiterfahrt mit der Bergenbahn nach Voss. Wir suchen uns ein Plätzchen im kleinen Bahnhof-Café und trinken einen Kaffee um uns aufzuwärmen. Draußen ist es einfach zu kalt.

Fahrt mit der Bergenbahn

Die Bergenbahn verbindet Oslo mit Bergen auf einer rund 500 Kilometer langen Bahnstrecke. Die Fahrt der gesamten Strecke dauert sieben Stunden. Wir fahren die Teilstrecke von Myrdal nach Voss, das wir nach rund 60 Minuten erreichen. Die Fahrt führt uns wieder durch die wunderschöne Bergwelt Norwegens 🙂

Mittagessen in Voss

Der Ort Voss liegt zwischen Bergen, dem Sognefjord und dem Hardangerfjord. Dort erwartet uns unser Mittagessen im Park Hotel Voss. Vom Bahnhof sind es nur wenige Minuten zu Fuß bis zum Hotel. Der kurze Spaziergang tut gut nach der langen Bahnfahrt.

Das skandinavische Buffett bietet viel Fisch, aber auch Fleisch und Pasta. Für jeden etwas dabei 🙂 Und als Nachtisch leckere Puddings und Cremes. Ein guter Kaffee schließt das leckere Mahl ab. Insgesamt haben wir 60 Minuten Aufenthalt, bevor es mit dem Bus knapp eine Stunde zurück nach Eidfjord geht. Wir nutzen die letzten Minuten zu einem kleinen Spaziergang.

Stopp am Skjervsfossen 

Auf dem Rückweg halten wir zu einem Fotostopp am Wasserfall Skjervsfossen. Dieser besteht aus zwei Wasserfällen direkt nebeneinander, die dicht nebeneinander mit einer Fallhöhe von 150 Metern herabstürzen. Im Gebiet um den Wasserfall herum gibt es viele Wanderwege und man kann bis an den Wasserfall herangehen.

Ausblick auf die Hardangerbrücke

Ein weiterer Fotostopp führt uns zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf die Hardangerbrücke. Heute morgen bei der Einfahrt hat es ja nicht wirklich geklappt, dass wir sie sehen. Aber nun ist es soweit 🙂

Die Hardangerbrücke ist 1380 Meter lang und einer der längsten Hängebrücken der Welt. Sie überspannt den Eidfjord etwa 10 Kilometer vor dem gleichnamigen Städtchen. Die Brücke wurde im Jahre 2013 dem Verkehr übergeben.

Zurück am Schiff

Um 15:30 Uhr erreichen wir wieder Eidfjord und fahren direkt zum Schiff. Pünktlich für „alle Mann an Bord“. Schon in einer halben Stunde legen wir ab. Die Wolkendecke reißt tatsächlich noch auf und wir erleben das Auslaufen von unserem Balkon aus.  

Gemächlich fährt die Prima den Eidfjord entlang. Immer wieder neue Ausblicke eröffnen sich uns. Die norwegischen Fjorde sind wirklich ein Traum!

Fahrt unter der Hardangerbrücke

Und nun wird es wahr: Wir beobachten, wie wir unter der Hardangerbrücke durchfahren. Heute am frühen Morgen haben wir das bei der Einfahrt ja verpasst. Aber nun genießen wir die Ausfahrt aus dem Eidfjord von unserem Balkon und sehen die Brücke immer näher kommen.

Die Brücke ist 55 Meter hoch und wir benötigen mit der Prima 54 Meter. Knapp, aber passt! Nur wenige Minuten und das Spektakel ist vorbei 🙂

Die Sonne kommt nochmal kurz raus und diese Sonnenstrahlen nehmen wir noch mit. Allerdings ist dies nur von kurzer Dauer und es fängt jetzt feste an zu regnen. Wir ziehen uns in die Kabine zurück.  

Unser Abendprogramm

Ein Hüngerchen ruft. Wir gehen für eine schnelle Currywurst in die „scharfe Ecke“ auf Deck 6. Danach schauen wir im Theatrium vorbei. Dort tritt die Gastkünstlerin Wanda Kay auf. Sie ist ziemlich gut! Die Show ist echt super und wir haben viel Spaß!

Zum Abendessen geht es für uns ins Bella Donna. Wie immer lecker, aber was uns schon in den letzten Tagen aufgefallen ist: Der Personalmangel. Es hakt an allen Ecken und Enden. Die große Anzahl an Passagieren passt nicht mit der Anzahl des Personals zusammen. Das Geschirr wird nur unregelmäßig abgeholt. Auch das Essen in den Buffetrestaurants wird nur sehr langsam nachgefüllt. Das sind alles noch Auswirkungen der Corona-Krise. Während der Lock-Down-Zeit haben sich viele AIDA-Beschäftige andere Arbeit gesucht und nun hat AIDA Schwierigkeiten neues Personal zu rekrutieren. Wir hoffen, das legt sich bald wieder.

Im Beach Club

Den restlichen Abend verbringen wir im Beach Club. Die Live Band gibt dort wieder ein Konzert. Waren wir am ersten Abend nur ein wenig verwundert, dass das Publikum etwas zäh ist, tat uns die Band heute schon richtig leid. Die spielen sich die Seele aus dem Leib – und das anwesende Publikum geht so gar nicht mit. Es wird nicht getanzt, geschweige denn mitgeklatscht oder mitgesungen. Und dabei ist die Band richtig gut. Wirklich schade.

Für uns geht es jetzt auf die Kabine. Wir sind ja gefühlt schon ewig wach. Morgen sind wir in Ålesund wieder mit einem AIDA-Ausflug unterwegs. Aber das ist die Geschichte von Morgen 🙂

Gute Nacht!



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