16.09.2025: LIVORNO (Italien)

Reisenotizen:

Dienstag, 16.09.2025

Liegezeit: 9:00 bis 19:00 Uhr
Liegeplatz: Molo Alto Fondale 46/47

Wetter: wechselhaft| 25 °C

Sonnenaufgang: 7:00 Uhr
Sonnenuntergang: 19:26 Uhr

Zeitverschiebung: keine, wie Sommerzeit Deutschland

Nächste Etappe: 149 Seemeilen ( 276 Kilometer) bis Cannes


Unser heutiger Tag: Mit dem Ausflug „Die perfekte Kombi: Lucca und Pisa“ über Meine Landausflüge erkunden wir zwei der schönsten Städte der Toskana. Mit dabei: Stadtspaziergang durch das historische Lucca und Freizeit auf der Piazza dei Miracoli – dem Platz der Wunder- mit dem schiefen Turm von Pisa!



Reisebericht:

Guten Morgen aus Livorno. Der Tag startet leicht bewölkt und es hat in der Nacht geregnet. Dann hoffen wir mal, dass sich das heute noch aufklart. Wir glauben einfach mal an das italienische Sprichwort “Dopo le nuvole, arriva il sole – Nach den Wolken kommt die Sonne”. Heute sind wir mit dem Kreuzfahrtausflüge-Anbieter Meine Landausflüge.de unterwegs. Unser Ziel: Zwei der schönsten Städte der Toskana – Lucca und Pisa.

Der Ausflug „Die perfekte Kombi: Lucca und Pisa“ geht um 10.30 Uhr los und dauert 7 Stunden, wir sind also den ganzen Tag unterwegs. Deshalb werden wir von Livorno heute nicht so viel sehen. Aber das finden wir nicht schlimm, wir freuen uns einfach sehr auf Lucca und Pisa. Neuland für uns! Hoffentlich hält das Wetter!

Livorno im Regen

Kurz vorm Anlegen um 7 Uhr begeben wir uns auf die Außenterrasse des Bella Donna-Restaurants. Alles nass hier, es hat heftig geregnet. Aktuell fällt kein Regen, aber die dunklen Wolken verheißen nichts Gutes 😦

Jetzt gehen wir erst einmal frühstücken. Der Treffpunkt für unseren Ausflug befindet sich in der Innenstadt von Livorno, in der Nähe der Haltestelle, an der die
Shuttlebusse für die Kreuzfahrtgäste ankommen. Denn in Livorno darf man sich nicht zu Fuß durch den Hafen bewegen, dafür gibt es kostenlose Shuttlebusse. Aber dazu gleich mehr.

Livorno selbst ist eine Hafenstadt mit eigenem Charakter – rauer, lebendiger und weniger geschniegelt als viele andere Orte der Toskana. Direkt am Tyrrhenischen Meer gelegen, erzählt die Stadt von Seefahrt, Handel und kultureller Vielfalt.

Fahrt mit dem Shuttle nach Livorno-City

Wie bereits erwähnt, liegt der Treffpunkt für unseren Ausflug mitten in der Innenstadt von Livorno. Geplant ist der Start um 10.30 Uhr. Laut Google Maps dauert die Fahrt mit dem Shuttle vom Hafen in die City etwa zehn Minuten. Da wir allerdings nicht genau wissen, welchen Shuttle wir erwischen, spielen wir lieber auf Nummer sicher und machen uns etwas früher auf den Weg. So gehen wir schon gegen 9.15 Uhr entspannt von Bord.

Natürlich darf das obligatorischen Gangway-Foto nicht fehlen 🙂

Wir haben Glück und erwischen tatsächlich einen der ersten Hafenshuttles. Der Shuttle ist kostenlos, also einfach einsteigen und los geht’s. Nach etwa zehn Minuten Fahrt sind wir schon in der Innenstadt von Livorno. Die Haltestelle befindet sich immer an derselben Stelle in der Via Claudio Cogorano und ist gut sichtbar mit „City Cruise Terminal“ ausgeschildert. Von hier aus fährt der Shuttle später auch wieder zurück zum Schiff – den ganzen Tag über pendelt er ganz entspannt zwischen Hafen und Stadt hin und her.

Livornos Kathedrale San Francesco

Da wir nun zu früh am Treffpunkt sind, bleibt Zeit für einen Abstecher in die Kathedrale San Francesco, den Dom von Livorno. Ein stiller Ort, der uns auf den Tag einstimmt.

Es fängt auch wieder an zu regnen, da sind wir froh uns in der Kathedrale im Trockenen aufhalten zu können. Es ist auch recht frisch, hoffentlich sind wir nicht zu dünn angezogen. Eine Jacke haben wir jedenfalls nicht dabei 😦 Wir hoffen weiter, dass das Wetter noch aufklart 🙂

Die Cattedrale di San Francesco – auch Duomo von Livorno genannt – steht im Herzen der Stadt und erzählt von Glauben, Zerstörung und stillem Neubeginn. Sie ist die wichtigste Kirche der Stadt. Ihr Ursprung reicht in das späte 16. Jahrhundert zurück, als Livorno sich unter den Medici von einem kleinen Hafen zu einer bedeutenden Handelsstadt entwickelte.

Die Bombardierungen des Jahres 1943 legten große Teile Livornos im Zweiten Weltkrieg in Schutt und Asche, auch die Kathedrale blieb davon nicht verschont. Der Wiederaufbau der Kathedrale wurde zu einem Symbol für den Neuanfang der Stadt. Die Fassade wurde nach den Bombenangriffen fast komplett neu aufgebaut.

Von Livorno nach Lucca & Pisa

Inzwischen hat es sich eingeregnet. Wir suchen uns ein geschütztes Plätzchen in der nahen Einkaufsstraße und warten auf den Start des Ausflugs. Der Bus steht in der Nähe der Shuttlebus-Haltestelle und ist schnell gefunden. Astrid läuft schnell mit den Vouchers durch den Regen vor zu den Tourguides und meldet uns an. Mit vier großen Aufklebern kommt sie zurück, diese platzieren wir an unsern T-Shirts. Wir stellen uns an den zugewiesenen Wartepunkt, bald geht’s los.

Pünktlich um 10:30 Uhr geht’s los! Unsere Gruppe besteht aus 17 gut gelaunten Mitreisenden, Marina führt uns als Tourleader charmant durch den Tag und Luca steuert den Bus mit toskanischer Gelassenheit durch den Verkehr.

Die Magie der Toskana

Nach mehreren aufregenden Tagen auf See und in Italiens lebhaften Städten freuen wir uns heute auf den Ausflug ins Herz der Toskana. Zwischen Olivenhainen, sanften Hügeln und ehrwürdigen Mauern liegen zwei Städte, die das italienische Lebensgefühl perfekt verkörpern: Lucca – ruhig, historisch, charmant – und Pisa, weltberühmt für seinen schiefen Turm. Der Tag verspricht eine Mischung aus Geschichte, Genuss und gelassener Entdeckung – ganz in unserem Sinne.

Lucca – Stadt der 99 Kirchen

Nach etwa 45 Minuten Fahrt erreichen wir Lucca – eine Stadt wie aus einem Bilderbuch. Umgeben von einer vollständig erhaltenen Stadtmauer aus der Renaissance, empfängt sie uns mit Kopfsteinpflaster, Türmen und einer ruhigen, fast magischen Atmosphäre.

Während der Busfahrt hat uns unsere Tourguide Marina einen Stadtplan von Lucca ausgeteilt, mit einer guten Darstellung aller Sehenswürdigkeiten. Wir sind hocherfreut: Wir werden Lucca auf einem geführten Stadtrundgang erkunden! Das war uns bei der Buchung gar nicht bewusst. Wir dachten, wir haben „nur“ einen Transfer mit Freizeit gebucht. Aber so gefällt uns das natürlich viel besser. Anschließend bleibt sogar noch genug Zeit um auf eigene Faust losziehen. Perfekt!

Lucca ist eine unglaublich charmante Stadt, die vor allem für ihre hervorragend erhaltenen Renaissance-Stadtmauern und ihre historische Architektur bekannt ist. Mit ihren malerischen Piazzas, mittelalterlichen Türmen und wunderschönen Kirchen vermittelt sie einen wunderbaren Eindruck von der reichen Kultur der Toskana.

Mit rund 90.000 Einwohnern ist Lucca die Hauptstadt der gleichnamigen Region. Durch ihre günstige Lage zwischen Pisa und Florenz entwickelte sich die Stadt einst zu einer der wohlhabendsten in Italien. Besonders die Stadtmauern sind bis heute fast vollständig erhalten und laden zu entspannten Spaziergängen oder Fahrradtouren mit Blick über die Stadt ein.

Stadtrundgang in Lucca

Drei Stunden haben wir Zeit, um die Highlights von Lucca zu erkunden. Luca, unser Busfahrer, lässt uns an der Stadtmauer aussteigen. Mit Tourguide Marina spazieren wir zur Basilika di San Frediano. Hier ist Startpunkt unserer Stadtführung und auch später wieder der Treffpunkt zur Weiterfahrt. Um 14.30 Uhr sollen wir uns genau wieder hier einfinden 🙂

Basilica di San Frediano

Ein echter Blickfang ist das prächtige goldene Mosaik über der Fassade der Basilika. Bei mehr Sonnenschein würde es sicher herrlich im Sonnenlicht strahlen. Die Kirche ist nach Fridianus benannt, einem in Irland geborenen Missionar und Bischof von Lucca, der die Kirche im 6. Jahrhundert gründete.

Zum Glück ist es jetzt trocken, aber recht kühl und sehr bewölkt.

Tourguide Marina spaziert mit uns durch die historischen Gassen, berichtet anschaulich über die Geschichte von Lucca und erzählt spannende Anekdoten über Land und Leute. Es macht Spaß, ihr zuzuhören 🙂 Lucca ist eine klassische toskanische Stadt, mit reichlich kulturellen Attraktionen und der bescheidene Star der Toskana.

Überall in den Schaufenstern entdecken wir hausgemachte Pasta und andere italienische Leckereien. Ein Spezialitätenlokal empfiehlt sie besonders: Baffardello 🍝Hier soll es die beste Pasta Carbonara der Stadt geben. Das merken wir uns für unsere Mittagspause 🙂

Piazza mit römischem Design

Wir erreichen die Piazza dell’Anfiteatro, ein ellipsenförmiger Platz, der auf den Überresten eines römischen Amphitheaters erbaut wurde. Lucca besteht seit 178 v. Chr. und verfügte damals über ein von Kaiser Claudius errichtetes Amphitheater mit 10.000 Plätzen. Im Laufe der Zeit wurde es weitgehend abgebaut und die meisten Überreste liegen unterhalb des Straßenniveaus. Im Mittelalter wurden die erhaltenen Amphitheaterwände jedoch in benachbarten Stadthäusern wiederverwertet.

Heute umrahmen die Piazza dell’Anfiteatro pastellfarbene Häuser, Cafés, Restaurants, kleine Boutiquen und Souvenirläden. Die Piazza ist das Zentrum des lokalen Lebens hier in Lucca. Ein stimmungsvoller Ort, um ein Eis zu genießen. Das merken wir uns für nachher 🙂

Mittelalterlicher Turm

Beim Spaziergang durch die Gassen können wir einen Blick auf den Torre Guinigi werfen, einen der letzten mittelalterlichen Türme aus dem 14. Jahrhundert. Ganz besonders: Auf der Spitze befindet sich ein kleiner Eichenhain 🌳 Der Torre ist berühmt für seine sieben jahrhundertealten Eichen, die oben auf dem Turm wachsen. Die Aussicht vom 45 Meter hohen Turm ist bestimmt super, aber heute reicht die Zeit nicht für einen Aufstieg der 230 Stufen. Ein anderes Mal vielleicht 🙂

Nationalheld Garibaldi

Wir kommen an einem weiteren zentralen Punkt für Einheimische und Touristen vorbei: Die Piazza Garibaldi oder auch Piazza del Giglio. Bekannt durch die Statue aus weißem Marmor des berühmten italienischen General und Nationalhelden Giuseppe Garibaldi. Auch das Teatro del Giglio – das Stadttheater – steht hier. Zusammen mit anderen Plätzen wie der Piazza Napoleone prägt der Platz das Stadtbild von Lucca. 

Ganz in der Nähe der Piazza liegt eine der wichtigsten Kathedralen von Lucca: Der Duomo di San Martino. Und ganz dorthin führt uns unser Stadtrundgang nun. Tourguide Marina gibt uns rund 10 Minuten, um die Kathedrale von außen zu besichtigen.

Duomo di San Martino – die Kathedrale des heiligen Martin

Die dem heiligen Martin geweihte Kathedrale von Lucca geht der Überlieferung nach auf den im Jahr 588 verstorbenen Bischof San Frediano zurück, der ihre Gründung veranlasst haben soll. Im 11. Jahrhundert wurde die Kirche dann komplett neu errichtet: Zwischen 1060 und 1070 entstand der heutige Bau, der 1070 feierlich von Anselmo da Baggio geweiht wurde – zu diesem Zeitpunkt bereits Papst Alexander II. In den folgenden Jahrhunderten wurde immer wieder weitergebaut, bis die Arbeiten schließlich 1637 abgeschlossen waren.

Schon von außen ist die Kathedrale ein echter Blickfang. Die prächtige Fassade zeigt unter anderem eine Skulptur des heiligen Martin, wie er seinen Mantel mit einem Bedürftigen teilt. Typisch toskanisch-romanisch sind die eingelegten Marmormotive mit lebendigen Jagdszenen: Hunde, Wildschweine und Reiter in Bewegung.

Wer genauer hinschaut, erkennt schnell die Ähnlichkeit zum Dom von Pisa – an dessen Stil sich die Baumeister der Kathedrale ganz offensichtlich orientiert haben.

Eine besondere und ziemlich geheimnisvolle Attraktion des Doms ist das in die Außenwand gemeißelte Labyrinth. Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, was es genau bedeutet. Viele vermuten jedoch einen Zusammenhang mit den Tempelrittern, denn ein sehr ähnliches berühmtes Bodenlabyrinth findet sich in einer Templerkirche in Chartres in Frankreich. Das kleine Fingerlabyrinth, das in einen der Pfeiler eingearbeitet ist, regt auf jeden Fall die Fantasie an 🙂

Mit mehr Zeit könnte man auch den Campanile, den Glockenturm, besteigen. Um den Blick über die Stadt schweifen zu lassen, müsste man 217 Stufen erklimmen. Ach ja, übrigens kostet die Kathedrale und auch der Campanile Eintritt, wie fast alle Kirchen in Lucca.

Wir ziehen mit unserer Stadtführung weiter durch die Gassen und Piazzas. Überall erblicken wir Kirchen mit kunstvollen Fassaden aus Marmor, historische Gebäude und Paläste, zauberhafte Geschäfte mit regionalen Spezialitäten, gemütliche Cafés und Restaurants mit Außenterrassen. Lucca ist eine freundliche Stadt mit verführerischem Charme und ruhiger Eleganz.

San Michele in Foro – ein romanisches Meisterwerk

Im Herzen der historischen Stadt und nicht weit vom Duomo di San Martino entfernt steht die Kirche San Michele ⛪️ San Michele in Foro und der Duomo di San Martino: Zwei beeindruckende Kirchen mit filigranen Fassaden, die Luccas Spitznamen „Stadt der 99 Kirchen“ alle Ehre machen.

Auch hier haben wir rund 10 Minuten Freizeit um die Kirche zu besichtigen. So langsam klart das Wetter auf, die Sonne lugt immer mehr hervor, der Himmel wird herrlich blau. Die prächtige weiße Kirche vor blauem Himmel – das sieht so schön aus! Auch wenn sie nicht die wichtigste Kirche in Lucca ist, so ist sie mit ihrer weißen Marmorfassade sicherlich die schönste.

Die Kirche wurde auf dem alten römischen Marktplatz erbaut und ist die zweite bedeutende Kirche in Lucca nach dem Dom. Auch sie stammt aus dem 12. Jahrhundert. Die genaue Bauzeit ist nicht überliefert. Einen Anhaltspunkt bietet die Jahreszahl 1143 am linken Pfeiler des Chorbogens, die vermutlich auf eine Weihe bezogen wurde.

Das Gebäude fällt sofort durch seine hohe Giebelfassade auf, die reich mit Skulpturen und kunstvollen Intarsien verziert ist. Genau wie beim Dom ist auch hier der Einfluss des pisanischen Stils deutlich zu erkennen.

Ganz oben thront die imposante Statue des Erzengels Michael, der gerade den Drachen besiegt. Einer alten Legende nach soll man an besonders sonnigen Tagen ein geheimnisvolles Funkeln von dort oben sehen können – angeblich ein Smaragd, der einst in die Statue eingelassen war und bis heute als verschollen gilt.

Diesmal können wir uns die Kirche auch von innen ansehen, der Eintritt ist frei. Also nutzen wir das und betreten die Kirche.

Die Wände sind aufwändig mit Kunstwerken geschmückt. „Bild“ in Bild oder auch „Statue“ in Bild, ungewöhnlich. Ansonsten wirkt das Innere der Kirche schmucklos und einfach.

Marina wartet schon vor der Kirche und sammelt alle ihre Tourgäste nach den 10 Minuten wieder ein. Sie wirkt so wunderbar unaufgeregt, alles passiert entspannt und in Ruhe. Das gefällt uns sehr gut. Und weiter geht’s mit unserer Stadtführung.

Charmante Einkaufsstraße Via Fillungo

In dieser charmanten historischen Fußgängergasse hat man das Gefühl, die Zeit stehe still – ideal zum Bummeln und Staunen. Wir schlendern durch die einladende, gewundene Einkaufsstraße, die sich quer durch Lucca schlängelt. Links und rechts von der Straße türmen sich die mittelalterlichen Häuser und unzählige Boutiquen für Antiquitäten, Schmuck und Mode reihen sich aneinander.

Ein Fußgängerparadies, das von schrulligen, einzigartigen Läden und traditionellen Geschäften mit Art Deco-Schaufenstern gesäumt wird. Lustig: Nicht immer verbirgt sich im Geschäft was über der Tür steht 😁 z.B. heißt „Profumeria“ auf deutsch Parfümerie, im Geschäft gibt es aber Ledertaschen. Oder „Cappelleria – Pellicceria“ bedeutet „Hut- und Pelzgeschäft“, im Laden werden aber Lampenschirme verkauft. Man hat einfach die Art Deco-Werbung beibehalten, obwohl das Geschäft sich geändert hat. Wirklich lustig!

Die Via Fillungo ist die Pulsader der historischen Altstadt von Lucca. Von historischen Cafés bis hin zu angesagten Boutiquen, hier gibt es alles und macht das Einkaufen zum Vergnügen.

Pause mit Spaghetti Carbonara

Nach so viel Geschichte und Architektur kehren wir im Restaurant Baffardello ein – nur wenige Schritte vom Treffpunkt entfernt. Dieses Spezialitätenrestaurant hatte uns am Anfang unserer Stadtführung unsere Tourguide Marina empfohlen. Und tatsächlich treffen wir auch Marina bei ihrer Pause hier an 🙂

Die hausgemachten Spaghetti Carbonara und die Vorspeisenplatte mit regionalen Wurstwaren und Käse sind ein Gedicht. Vorab gibt es auch noch einen leckeren Gruß aus der Küche. Wir genießen das herrliche Essen und lassen es uns einfach gut gehen. Marinas Empfehlung ist wirklich hervorragend!

Man könnte sich hier mit Pasta, Öl, Essigen und anderen Spezialitäten eindecken. Es sieht alles sooooo lecker aus. Das passt alles leider nicht in unseren Koffer 😦 Daher begnügen wir uns mit dem Anschauen und mit unserer Fantasie 🙂

Im Anschluss haben wir noch ein paar Minuten und biegen schnell um die Ecke auf die Piazza dell’Anfiteatro ab. Uns gelüstet es nach einem cremigen Gelato um die Ecke 🍝🍨ganz typisch italienisch 🙂 Ein würdiger Nachtisch nach der fantastischen Pasta!

Etwas verspätet kommen wir wieder an unserem Ausgangspunkt, der Basilica di San Frediano, an. Aber wir sind nicht die Letzten 😉 Inzwischen ist der Himmel herrlich blau, das Wetter ist schön warm. Nun können wir auch das wunderschöne goldene Mosaik an der Basilika im Sonnenschein sehen 🙂

Lucca hat uns ausgesprochen gefallen. Und es gibt noch viel zu sehen, das wir uns für das nächste Mal aufheben müssen. Zum Beispiel die vollständig begehbare Stadtmauer, das sind 4,2 km perfekt für Spaziergänge oder Fahrradtouren. Oder eine Tour über den berühmtesten Sohn der Stadt: Komponist Giacomo Puccini. Von ihm stammen die Opern La Bohème, Tosca und Madama Butterfly.

Aber nun geht es weiter zu unserem nächsten Stopp: Pisa und sein schiefer Turm 🙂

Pisa – Der ewige Balanceakt

Nachmittags führt uns der Weg weiter nach Pisa – etwa 35 Minuten Busfahrt entfernt von Lucca. Gegen 15.10 Uhr kommen wir auf dem Parkplatz von Pisa an. Dieser liegt etwas außerhalb, vom Parkplatz aus sind es rund 700 Meter bis zur legendären Piazza dei Miracoli, dem „Platz der Wunder“. Der Fußweg ist gut ausgeschildert und dauert ca. 10 – 15 Minuten. Tipp: Am besten 15 Minuten Fußweg einkalkulieren, zumal eine Bahnschranke überquert werden muss. Wenn ein Zug kommt, muss man ein paar Minuten warten. Bei uns kam übrigens der Zug auf dem Hin- und Rückweg 😉

Tourguide Marina nennt 16.45 Uhr als den Zeitpunkt, an dem wir uns alle wieder am Bus treffen werden. Okay, 16.45 Uhr ist Abfahrt zurück zum Schiff. Jetzt ist es 15.15 Uhr und wir haben nun Freizeit. Wir laufen eigenständig zum Piazza dei Miracoli und auch wieder zurück. Der Weg ist auf dem ausgehändigten Stadtplan eingezeichnet und gut zu finden.

Alles klar, los geht’s! Wir stiefeln los. Insgesamt haben wir 90 Minuten um Pisa zu erkunden. Und wie erwartet dauert der Fußweg 15 Minuten – inkl. Wartezeit an der Bahnschranke 😉 denn natürlich kommt kommt ein Zug und wir müssen warten 🙂

Piazza dei Miracoli – Platz der Wunder

Gegen 15.30 Uhr betreten wir die Piazza dei Miracoli durch ein Tor in der Stadtmauer von Pisa. Hier thront das weltberühmte Trio: Der schiefe Turm von Pisa, die Kathedrale Santa Maria Assunta und das Baptisterium San Giovanni.

Vor uns öffnet sich ein atemberaubender Blick auf den riesigen Platz: die berühmten Bauwerke leuchten strahlend weiß, davor sattgrüner, perfekt gepflegter Rasen und darüber ein tiefblauer Himmel mit weißen Wolken – einfach ein Bilderbuchmoment. Wie von selbst zieht uns der magische Zauber der Piazza dei Miracoli in seinen Bann. Jedes einzelne Bauwerk ist einzigartig und steckt voller Geheimnisse, die der gesamten Anlage eine fast mystische Ausstrahlung verleihen.

Piazza dei Miracoli, auch bekannt als der Platz der Wunder, ist ein wunderschönes architektonisches Ensemble im Herzen von Pisa in der Toskana. Die Piazza gilt als einer der schönsten Plätze der Welt und ist seit 1987 Kulturerbe der UNESCO. Jedes Jahr reisen Millionen von Touristen aus der ganzen Welt an, um sich in Pose zu stellen und den schiefen Turm von Pisa zu „stützen“.

Baptisterium San Giovanni

Über angelegte Stege spazieren wir entspannt über den Rasen und stehen schon kurz darauf vor unserem ersten Highlight: dem Baptisterium. Ein wirklich beeindruckendes Bauwerk! Es ist das größte Baptisterium Italiens und wurde am 15. August 1152 geweiht.

Im Inneren sorgt die Konstruktion der Doppelkuppel und das sehr schlichte und schmucklose Innere für eine außergewöhnliche Akustik. Das wunderschöne Baptisterium in Pisa ist Johannes dem Täufer gewidmet. In der Mitte des Monuments befindet sich ein wunderschönes Taufbecken. Hier wurde im Jahr 1564 Galieo Galilei getauft.

Für die Besichtigung ist ein Ticket mit vorgegebener Uhrzeit notwendig. Dafür reicht unsere Zeit nicht, außerdem ist ja der schiefe Turm unser vorrangigstes Ziel. Daher umrunden wir das Baptisterium und staunen über die Architektur.

Kathedrale Santa Maria Assunta

Direkt neben dem Baptisterium erhebt sich der Dom Santa Maria Assunta – das Herzstück der Piazza dei Miracoli und ein Meisterwerk der pisanischen Romanik. Der Bau begann im 11. Jahrhundert und prägt bis heute das berühmte Ensemble.

Leider haben wir kein Glück: Wegen des großen Andrangs waren alle Zeitfenster für den Dom bereits ausgebucht. Zwar ist der Eintritt grundsätzlich kostenlos, eine Eintrittskarte benötigt man dennoch – ein guter Grund, Pisa irgendwann noch einmal zu besuchen.

Schon von außen beeindruckt die Kathedrale mit ihrer markanten schwarz-weißen Fassade, deren Muster arabische Einflüsse erkennen lassen. Im Inneren erzählen Mosaiken aus dem frühen 14. Jahrhundert von der bewegten Geschichte des Doms. Wer aufmerksam um das Gebäude geht, entdeckt an der Nordseite ein besonderes Detail: die sagenumwobenen „Teufelsnägel“, deren Anzahl sich angeblich nie eindeutig bestimmen lässt – ein kleines Rätsel am Rande eines großen Bauwerks.

Spaßfotos am Schiefen Turm von Pisa

Und dann stehen wir vor dem Highlight auf das wir gewartet haben! Der schiefe Turm von Pisa! Unzählige Menschen tummeln sich rund um das Gelände und versuchen das beste “Ich halte den Turm!”-Bild zu machen 😄 Es wird gelacht, gescherzt, sich in Pose gestellt, alleine und in Gruppen, Fotografen verbiegen sich und liegen fast auf dem Boden um das beste Foto zu erwischen. Und wir reihen uns mittendrin ein und machen mit. Was haben wir für einen Spaß!

Schief und schiefer

Der schiefe Turm von Pisa gehört zu den bekanntesten Bauwerken der Welt – und das nicht ohne Grund. Bereits 1173 begann man mit seinem Bau, doch durch ungleichmäßige Setzungen des Fundaments entwickelte der Turm schon früh seine heute berühmte Neigung von rund 5 Grad. Über mehr als 180 Jahre hinweg versuchte man immer wieder, diese Schieflage auszugleichen, was letztlich zu dem charakteristischen Knick im Bauwerk führte. Die Glockenstube mit ihren sieben Glocken ist seit 1993 stillgelegt, um den Turm zu schützen.

Wer möchte, kann die 251 Stufen bis nach oben erklimmen. Dafür muss man ein Ticket kaufen, am besten online im Vorfeld um sich den gewünschten Zeitslot zu sichern. Der Besuch ist zeitlich begrenzt um die Menschenmassen zu steuern. Es ist sicher eine besondere Erfahrung über schiefen Boden in die Höhe zu steigen. Auch die Aussicht soll echt toll sein. Also: Das heben wir uns für das nächste Mal auf. Pisa ist definitiv nochmal eine Reise wert!

Ursprünglich war der freistehende Turm als Glockenturm – als Campanile – für den Dom von Pisa geplant. Doch als man beim Bau die dritte Etage erreichte, begann sich der Turm deutlich zu neigen. Die Arbeiten wurden daraufhin eingestellt und erst etwa 100 Jahre später wieder aufgenommen. Vier weitere Stockwerke setzte man mit einem leicht veränderten Neigungswinkel auf, in der Hoffnung, die Schräglage auszugleichen. Trotzdem kam es erneut zu langen Baupausen, sodass die Glockenstube erst mehr als 200 Jahre nach der Grundsteinlegung vollendet wurde.

Heute misst der Campanile rund 55 Meter in der Höhe, hat einen Durchmesser von etwa 12 Metern und besteht unter anderem aus beeindruckenden 14.200 Tonnen Carrara-Marmor.

Ciao, Pisa!

Gerne hätten wir noch mehr von Pisa gesehen, es gibt noch ein paar Sehenswürdigkeiten in der Stadt und am Fluss Arno. Dafür hätten wir mehr Zeit gebraucht, auch um am Piazza dei Miracoli die Kathedrale und das Baptisterium von innen zu besichtigen. Und auch auf den Turm zu steigen. Gerne kommen wir wieder und verbringen den ganzen Tag in Pisa. Aber heute war es uns wichtiger, den weltberühmten schiefen Turm zu sehen und Spaßfotos zu machen 🙂

Nach dem Rundgang genießen wir noch einmal den Blick über die Piazza – hell, weit, voller Geschichte. Der Turm scheint fast zu tanzen im Abendlicht.

Zurück nach Livorno – und der perfekte Ausklang

Um 16:45 Uhr treffen wir uns wieder am Bus. Auch der Rückweg dauert zu Fuß wieder 15 Minuten und wieder dürfen wir an der Bahnschranke warten bis der Zug durchgefahren ist. Hier fahren wohl viele Züge 😉

Alle Tourgäste sind pünktlich und wie geplant fahren wir um 16.50 Uhr zurück nach Livorno. Der Verkehr ist dicht, aufgrund des Verkehrs benötigen wir fast 40 Minuten. Doch die Stimmung bleibt entspannt, denn Tourguide Marina hat eine Überraschung für uns: Statt wie üblich zurück zur Haltestelle mit Umstieg in den Hafen-Shuttle bringt uns der Fahrer heute direkt bis zum Hafen! Ein kleines, aber feines Komfort-Upgrade!

Nach dem langen, ausgefüllten Tag mit vielen Eindrücken sind wir froh, direkt am Schiff abgesetzt zu werden. Wir verabschieden uns von Tourguide Marina und Busfahrer Luca mit einem guten Trinkgeld und betreten gegen 17.40 Uhr wieder die AIDAstella. Ach, was war das für ein schöner Tag!

Abschied von Livorno

Eine perfekte Uhrzeit zum Zurückkommen 🙂 Wir machen uns auf der Kabine frisch, ruhen ein paar Minuten aus und treffen uns dann mit unseren Freunden Juli und Greg um 18.00 Uhr zum Abendessen. Denn um 19.00 Uhr laufen wir aus dem Hafen von Livorno aus, das wollen wir an Deck mitverfolgen.

Den Abschied von Livorno erleben wir in der Anytime Bar, wir haben sogar noch einen Tisch ergattert. Es ist wunderschön warm, ganz mildes Klima. Die Sonne verschwindet in leuchtenden Farben hinter dem Horizont, der Hafen von Livorno ist wunderschön beleuchtet. Wir atmen ganz tief durch, Entspannung pur. Und der Limoncello Sprizz schmeckt ganz ausgezeichnet 🙂

Fazit – Ein Tag, der nachklingt

Lucca und Pisa zeigen zwei ganz unterschiedliche Gesichter der Toskana – die eine ruhig, romantisch und von Geschichte durchzogen; die andere weltberühmt, quirlig und voller Postkartenmotive. Ein perfekter Ausflug zwischen Kultur, Kulinarik und italienischem Lebensgefühl. Und während der Sonnenuntergang über Livorno langsam das Meer vergoldet, wissen wir: La dolce vita – das ist kein Spruch, das ist ein Gefühl. ☀️

Bei einem letzten Drink in der AIDA Bar klingt der Tag ruhig aus. Morgen heißt es dann: Bonjour, Cannes! Aber das ist – wie immer – die Geschichte von morgen. Gute Nacht!


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